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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Explosivstoff

Schießpulver . . .

Schießpulver, braunesGeschützpulver . . .

Vriljprengpulver . .

Roburit

Tonit .Potentit

ZusammensetzungN. I.. k. 2

Prozentqehalt

82,08

Schießpulver ..../KaliumferrocyanidiKalisalpeter 1

< Paraffin. 4,78

I Eisenoxyd. 1.14

^Holzkohle. 12,02^

tAmmoniaksalpeter .kDinitrobenzol . . .

^Feuchtigkeit ....tNilrocellulose . . .

I Salpetersäuren BarytI Kohlensaures Natron.

^Feuchtigkeit ....

INitrocellulose.59,so

k Kalisalpeter.36,so

^Feuchtigkeit. 2,7s

82,oo116,70 s1,so150,20147,40 >0,72 s1,°4l

Energie inKilogrammometern

. 539

. 259

655

738

1414

1220

1250

Obige Tabelle gibt uns außer der Zusammensetzung der Pulver auch ihre Leistungs-fähigkeit für die Zwecke des Krieges, also die Anfangsgeschwindigkeit, welche sie Gewehr-kugeln erteilen, an. Das ununterbrochene Bestreben, die Unglücksfälle, welche schlagendeWetter in Kohlengruben veranlassen, möglichst zu vermindern, führt auf diesem fried-lichen Gebiete der Sprengstofftechnik dazu, Methoden aufzusuchen, die es ermöglichen, dierelative Gefährlichkeit eines Sprengstoffes in Beziehung auf Schlagwetter vor seinerpraktischen Verwendung im Betriebe festzustellen. Eine ganz neue Methode hierfür hatSiersch seit Anfang des Jahres 1896 in Anwendung gebracht. Er photographiertnämlich die bei der Explosion der verschiedenen Sprengstoffe auftretenden Lichterscheinungen.In der beifolgenden Tafel sind eine Anzahl Bilder, welche er so erhalten hat, wieder-gegeben. Aus den Abbildungen folgt, daß die relative Sicherheit eines Sprengstoffes um sogrößer ist, je geringer die Lichterscheinung ist, die er bei der Explosion gibt. Ein bloßer Blickauf die Lichtbilder der Sprengstoffe bestätigt uns dieses, wenn wir die von Winkhaus1895 veröffentlichten Minimalladungen zum Vergleich heranziehen, mit denen dieser nochschlagende Wetter, die 6,s — 7 o/g Grubengas (Methan) enthielten, zur Explosion bringenkonnte. Diese Minimalladungen betrugen:

Gelatine-Dynamit .... 50 x Westfalit.251 Z

Guhrdynamit.58 A Dahmenit.251 Z

Roburit.154 2 Progressit. 550 Z

Weiter ist es z. B. eine den Sprengtechnikern schon lange bekannte Thatsache gewesen,daß Sprengstoffe von Ammoniumnitrat mit abnehmendem Gehalt ihrer Kohlenstoff-komponente gegen Schlagwetter relativ sicherer werden. Auch dieses zeigen die Photo-graphien 17—20 aufs deutlichste, kurzum, die Brauchbarkeit der Methode für den vor-liegenden Zweck ist eine wohl nicht zu bezweifelnde.

Die Kunstfeuerwerkerei. Die vorstehenden Mitteilungen behandeln den Ge-brauch der Explosivstoffe für die Zwecke des Krieges, der Jagd und der Industrie. Aberauch für unterhaltende Zwecke wird das alte Schießpulvergemenge benutzt, um nach Zusatzanderer Stoffe bei freudigen Ereignissen teils durch die Helle, Farbenpracht und Lebendig-keit des Feuers, teils durch vielfältige rasche Bewegungen das Auge zu erfreuen, währendes nur selten in dieser Form als Signal zu ernsten Zwecken im Kriege und bei Schiffs-unfällen Verwendung findet.

Da das Pulver, wenn es zur Verwendung kommt, hier verhältnismäßig langsamverbrennen soll, so wendet man es nicht in gekörntem Zustande, sondern als Mehl an.Setzt man solchem Mehlpnlver Eisenfeilspäne zu, so geben sie bei der Entzündung diesprühenden Weißen Funken, während Kupferspäne grüne, Zinkfeile blaue Farben geben.Kochsalz färbt die Flamme gelb, salpetersaures Strontian (Strontian ist ein dem Calciumähnliches Element) purpurrot, während salpetersaurer Kalk ein ziemlich unerfreuliches