524 Chemische Industrie: Die künstlichen Düngemittel.
Für gewöhnliches Superphosphat gibt man ihnen auch nur höchstens vier Stabreihen,deren Stäbe sehr lang sind und sehr weit auseinander stehen. Die Trommeln sind hier,sowohl an der Peripherie wie an den Seiten mit Abstreichern versehen, um ein Zusetzendes Umhüllungskastens zu verhindern.
Auf unserer Abbildung gelangt das vom Desintegrator kommende Mahlgut auf dasSchüttelsieb 6, dessen Siebfläche aus Vx/X / Dreikant-Stahlstäben gebildet ist, um einZusetzen des Siebes bei etwaigem schmierigen Material thunlichst zu verhindern, währenddas grobe vom Siebe Ausgeschiedene in den Schöpftrog des Elevators wieder zurück-fällt, um von diesem dem Desintegrator behufs vollständiger Zerkleinerung neuerdingszugeführt zu werden.
Das Sieb besteht im wesentlichen aus einem hin und her schwingenden, mitMaschinen-kraft bewegten eisernen Rahmen, um den, damit den Stößen die nötige Elastizität nichtfehle, Gummipuffer oder Federn eingelegt sind, zwischen denen es dann vibriert.
Die ganze Mahlanlage, wie wir sie abgebildet haben, erfordert zu ihrem Betriebe8—10 Pferdekräfte, wobei der Desintegrator einen Durchmesser von 1 m hat, und die
Dimension des Schüttelsiebes2 m Länge bei 60 om Breitebeträgt.
Wir haben im Vorher-gehenden schon häufiger er-wähnen müssen, daß manchesSuperphosphatfeuchtausfällt.Es rührt das davon her, daßim Gemisch der Rohmateria-lien ein zu großer Überschußan Wasser vorhanden ist, alsdaß er von den bei der Ent-stehung des Superphosphatssich bildenden chemischen Ver-bindungen in Form von Kry-stallwaffer festgehalten werdenkann, oder als daß er eine4»7, Kchim-wek. unschädlicheFeuchtigkeitveran-
. laßt. Um nämlich das Super-
phosphat mit den Düngerstrcumaschinen gut auf dem Acker verteilen zu können, könnendie Landwirte nur trockenes Material verwenden.
Die Fabriken, deren Rohmaterial zur Entstehung von feuchtem SuperphosphatVeranlassung gibt, brauchen deshalb besondere Trockenvorrichiungen, um ihm seineFeuchtigkeit zu nehmen. Wir geben hier die von Lorenz in Hannover nach dem Rüttcl-prinzip konstruierte, uns zur Verfügung gestellte Abbildung einer Darre wieder, wiesie jetzt zu diesem Zwecke vielfach Verwendung findet. Ältere Anlagen waren weiteinfacher hergerichtet, sie bestanden aus Platten, die direkt geheizt wurden. Auch dientzur Heizung mancher Systeme direkter Dampf, oder der Abdampf der Dampfmaschine,welche dann natürlich nicht mit Kondensation betrieben werden kann. Sie blieben aberin ihrer Leistungsfähigkeit sehr hinter dieser Neueinrichtung zurück. Diese Darre be-steht nun der räumlichen Anordnung nach aus den eine Fortsetzung des Feuerungs-raumes bildenden Heizkammern ^ und 8 und dem Schachte 6. Nachdem die Heiz-kammern sowie der Schacht angewärmt sind, kann man mit dem Beschicken der Darrebeginnen, indem man das zu trocknende Material in den Schöpftrog v des Eleva-tors L einwirft. Derselbe bringt das Darrgut auf das oberste maschinell bewegteSchüttelblech a, von welchem es infolge des Gefälles und der stoßweisen Vor- undRückwärtsbewegung auf das zweite Schüttelblech und weiter auf die folgenden Schüttel-bleche gelangt, bis es znm Schlüsse auf die zur Abzugsthür L führende Schurre l?fällt, welche als Sammelort zwecks Nachtrocknens und Ausdampfens dient. Die Ein-