Die anorganischen Farbstoffe. 603
Chemikers Dumas ins Deutsche , und fand da eine Stelle, in der es heißt, man werdeUltramarin aus Kieselsäure, Thonerde und Schwefelnatrium darstellen können, wiedas die oft zu beobachtende Blaufärbung der Ziegel, aus denen Sodaöfen gebautwerden, zeige. In diesen Öfen sind diese Materialien gegeben, wie wir wissen, indemZiegel aus kieselsaurer Thonerde bestehen und in der Sodaschmelze (s. S. 392) dochSchwefelnatrium vorhanden ist. Er starb aber, während die Versuche, die er daraufhinunternahm, im Gange waren. Sein Assistent Leykauf setzte sie mit größtem Erfolge fortund trat in Verbindung mit einem Techniker Heyne, mit dem zusammen er dann dieFarbe im großen fabrizierte. Jetzt beträgt die Jahresproduktion an Ultramarin jährlichsicher 200 000 Zentner.
Die Herstellung ist etwa die folgende. Mischungen z. B. von
Porzellanthon ....
. . 100
100
wasserfreiem Glaubersalz
. . 100
41
wasserfreier Soda . . .
. . -
41
Kohle.
. . 17
17
Schwefel.
. . —
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die auf das innigste hergestellt sind, werden in Tiegeln sehr stark erhitzt. Die gesinterteMasse wird hierauf gepulvert, und alles Lösliche aus ihr mit Wasser ausgezogen.Nachdem das Material sodann aufs feinste gemahlen und getrocknet ist, ist es von grüner,nicht sehr schöner Farbe, die als grünes Ultramarin (siehe oben) im Handel ist.
Um es in blaues Ultramarin überzuführen, wird es meist in Cylindern, die miteinem Rührwerk versehen sind, so weit erhitzt, daß hineingeworfener Schwefel zu brennenanfängt, und man wirft so lange von diesem hinein, bis von Zeit zu Zeit heraus-genommene Proben keine Zunahme der Intensität der blauen Färbung mehr zeigen.Solches blaues Ultramarin zeigte folgende Zusammensetzung:
I
II
Kieselsäure. . .
. . 40,2°°/o
38,85°/,
Thonerde . . .
. . 26,2k „
25,87 „
Schwefel . . .
. . 13,42 „
13,81 „
Natrium . . .
. . 19,88 „
21,27 „
Man kann auch Ultramarin nach etwas abweichenden Verfahren fabrizieren, diefür uns kein besonderes Interesse bieten. Es ist die jetzt am meisten gebrauchte blaueFarbe und hat die ehemals gebrauchten blauen Kupferfarben, sowie Thenards Blau unddie Smalte fast ganz verdrängt.
Thenards Blau wird so erhalten, daß man eine Alaunlösung mit der Lösungeines Kobaltoxydulsalzes mischt und sodann die Lösung durch Natriumkarbonat - undNatriumphosphatlösung fällt. Der Niederschlag, welcher Thonerde und Kobalt enthält,wird anhaltend geglüht und hernach fein gemahlen. Bei Tageslicht ist seine Farbe nichtviel vom Ultramarin verschieden, bei Abendlicht erscheint sie aber, wie die meistenKobaltfarben, schmutzig violett, auch ist die Fgrbe weit teurer als das Ultramarin.
Auch der Smalte hat das Ultramarin unendlichen Abbruch gethan. Kobalt-verbindungen aller Art, auch die rohen Kobalterze, haben die Eigenschaft, Glasflüsse, denensie zugesetzt werden, blau zu färben. Die Fabrikation der Smalte ist daher die, daß maneinen Glassatz schmilzt, dann Kobalt zugibt und das blaue Glas noch heiß in Wassereinträgt, um es zu zerteilen. Die erhaltenen Stücke werden hierauf möglichst feingemahlen. Die sogenannten Blaufarbenwerke, so nannte man die Fabrikationsstätten derSmalte, bildeten einst einen wichtigen Industriezweig namentlich Sachsens, haben aberheute jede Bedeutung verloren.
Das Berliner Blau haben wir bereits Seite 347 kennen gelernt.
Zu braunen und schwarzen Farben dienen Manganfarben, Umbra, Ruß, Bein-schwarz u. a. Die Manganfarben gewinnt man durch Glühen natürlich vorkommenderVerbindungen dieses Metalles, namentlich in Mitteldeutschland . Es sind das die so-genannten Mulmen, pulverförmige in Eisenerzlagern sich findende Massen, die starkmanganhaltig sind. Je nach der Temperatur, auf die man sie erhitzt, fallen die schließlichdurch Mahlen und Schlämmen in feinster Mehlform aus ihnen erhaltenen Farben Heller