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Entwickelung der Teersarbstosfindustrie.
ihrer Hilfsmittel hat die Entwickelung der Teerfarbenindustrie in hohem Grade beeinflußt.Der Erfolg ganzer Fabrikationszweige läßt sich geradezu auf die Einführung geeigneterApparate zurückführen.
Und nun wollen wir einmal betrachten, wie sich eigentlich der Beginn derindustriellen Ausnutzung der Teerfarben gestaltete. A. W. Hofmann, ein Schüler Liebigs,hatte zu der Zeit eine Professur am Rozml OottsAs ok Ollsrnistr^ in London inne, eswar das Jahr 1856. Ein Studierender dort, der bald sein Assistent wurde, Perkin ,benutzt die ihm neben dieser Thätigkeit bleibende Zeit, um noch eigene Untersuchungenauszuführen, er will künstliches Chinin herstellen. Auf dem ihm hierfür vorschwebendenWege behandelt er eine Lösung von schwefelsaurem Anilin mit chromsaurem Kali alsOxydationsmittel, sofort erhält er einen schwarzen Niederschlag. Diesen will er genaueruntersuchen und erhält aus ihm eine schön violette alkoholische Lösung. Sogleich versuchter, indem er nunmehr das Gebiet der rein wissenschaftlichen Forschung verläßt, ob dieLösung zum Färben brauchbar ist, er findet, daß sie Seide violett färbt, und zwar völligtust-, licht- und seifenecht. Jetzt wendet er sich an den Färber Puller in Perth , der siefür brauchbar erklärt, und am 26. August 1856 wird die erste Anilinfarbe zum Patentangemeldet. Er baute, von seinen Verwandten unterstützt, eine Teerdestillation, um sichdas nötige Benzol zu verschaffen, und die Firma Perkin L Sons verwendet im Dezember
580. Schrnrl;krssel.
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des Jahres die erste Farbe. Der Erfolg ist glänzend. Perkins Mauve'i'n, so nennt erden Farbstoff, findet allgemeinen Anklang. Nun hatte 1856 auch schon Natanson bemerkt,daß aus dem Anilin sich ein schönes Rot bilden könne, und Hofmann hatte 1858 noch-mals auf dieses schöne Rot hingewiesen.
Und während seit Perkins Erfolg sich alle Welt aus Anilinfarben stürzt, gelingt demProfessor Verguin zu Lyon als erstem, dieses Rot praktisch herzustellen. Er oxydiert dasHandelsanilin, das nun also schon käuflich ist, mit trocknen Metallchloriden in höhererTemperatur, er erhält die erste Farbstoffschmelze und läßt sich sein Verfahren zur Her-stellung eines Rots von der Farbe der Fuchsiablüte (d. h. Fuchsin) 1859 patentieren.
Fuchsin hat sogleich einen noch weit größeren Erfolg als das Mauvem. Solch einFarbstoff war noch nie gesehen worden, wie matt erschien neben ihm das Rosa derKochenille. Mit ihm erst hat die Anilinfarbenfabrikation festen Fuß gefaßt, und dasFuchsin wird ja noch bis heute dargestellt, ein so vortrefflicher Farbstoff ist es. ZurOxydation des Anilinöls muß nunmehr alles Denkbare herhalten, jeder probiert, bis sichschließlich die Arsensäure als das beste erweist. Das zur Herstellung des Fuchsinsdienende Anilin muß, um den Farbstoff liefern zu können, auch Toluidin enthalten.Toluidin ist Anilin, in welchem ein Wasierstoffatom durch die Methylgruppe 6 8 g ersetztist, also 6 g 84 - 0 8 g- 88 z. Da das zur Herstellung des Anilins im großen benutzte,technisch aus Teer hergestellte Benzol auch Toluol, das ist Methylbenzol 0§ 8^-0 8 zenthält, bildet sich aus diesem das Toluidin bei der Darstellung des Anilins gleich mit,was man 1859 noch nicht wußte. Man hatte also damals zufällig im Handelsanilindas paffende Rohmaterial für die Fuchsinschmelze. Zu ihrer Herstellung gibt man jetzt