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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung des Faserpapicrs aus Hadern.

Sind nun die Hadern zu Halbzeug zerfasert und gleichzeitig vollkommen gereinigt,so wird zum Bleichen des Halbzeugs geschritten, um thnnlichst Weiße Fasern zu erhalten.Diese Halbzengbleiche wurde im Jahre 1793 von C. L G. Taylor zuerst angewendet.Durch den Bleicbprozeß sucht man bekanntlich sowohl die natürlichen als auch die künst-lich mit den Hadern resp. Fasern verbundenen Farben zu zerstören, besser gesagt, auf die-selben chemisch so einzuwirken, daß die farbigen Verbindungen, welche wir als Farbenbezeichnen, in ungefärbte verwandelt werden, was namentlich durch eine Art chemischenVerbrennungsprozeß, durch sogenannte Oxydation, d. h. durch Einwirkung des allmächtigenSauerstoffes, erreicht werden kann. Zum Bleichen, also Zerstören der Farben, wirdnamentlich Chlor im Beisein von Wasser verwendet, nicht weil Chlor selbst die Farbenzerstört, sondern weil dasselbe das Wasser zersetzt und sich mit dem Wasserstoff desWassers zu Chlorwasserstoff verbindet, dadurch den Sauerstoff des Wassers freigibt, sodaß dieser nun oxydierendauf die Farbstoffe ein-wirken kann. Es werdenhauptsächlich zwei Bleich-methoden angewendet,nämlich mit Chlorkalkund mit Chlorgas, vonwelchen die erstere weitaus häufiger in Anwen-dung kommt als die letztcre. Bei der Chlorkalkbl eiche, die 1703durch Ch. Tennant zuDarnley zuerst beim Blei-chen der Gewebe in An-wendung kam, wird derChlorkalk, ein weißer,bröckliger Stoff, mit einerSäure, gewöhnlichSchwefelsäure, in Be-rührung gebracht. Chlor-kalk wird dadurch gewon-nen, daß man aus Braun-stein durch Salzsäure her-gestelltes Chlorgas über gi. EhloriiollionflöNr von poith in geidcnhciin.

frisch gelöschten, pnlver-

fvrmigen Kalk leitet, der Chlorgas absorbiert und nun mit einer genügenden QuantitätWasser vermengt eine milchige Flüssigkeit bildet. Diese Vermischung, das Auflösen desChlorkalkes im Wasser, muß so zur Ausführung kommen, daß die Chlorkalkstückchen feinvermahlen werden. Hierzu verwendet man die in Abb. 91 vorgeführte Vorrichtung, welcheaus zwei in einem eisernen Gehäuse eingeschlossenen Mühlsteinen besteht, von welchender untere fest ist, der obere aber durch die Riemenscheibe 6, die Zahnräder L v und diesenkrechte Welle 6 in Bewegung gesetzt wird. Der Chlorkalk wird mit Wasser in denoben sichtbaren Trichter 1 gebracht, durch die Mühlsteine fein zermahlen und läuftdurch ein Rohr ab. Beim Bleichprozcß wird diese Chlorkalklösung mit viel Wasservermengt in einen sogenannten Bleichholländer gebracht, der ganz aus Holz besteht undauch eine hölzerne Walze besitzt, da das Chlor, namentlich aber die Säure, zerstörend aufEisen einwirkt. Die Walze dient hier nur zum Bewegen und Vermengen der Blasse.Wird nun zu dieser Chlorkalklösnng Schwefelsäure in bestimmter Quantität geschüttet, sowird der Chlorkalk zersetzt, es bildet sich schwefelsaurer Kalk, d. h. Gips und Chlor wirdfrei, wirkt nun zersetzend auf das Wasser, indem es Wasserstoff an sich reißt, wodurchwieder Sauerstoff frei wird und auf die Fasern bleichend wirken kann.

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