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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung des Faserpapiers.

zerfasert. Zur Gewinnung der Cellulose wird das Natron- und Sulfitversahren in An-wendung gebracht. Das Stroh wird auf Häcksclmaschinen klein geschnitten, dann vonUureiuigkeiten und Knoten befreit, in Cylinder - oder Kugelkochern mit Natronlauge beieiner Temperatur bis zu 150° 0. 3 — 6 Stunden gekocht, gewaschen, im Kollergang oderHolländer oder einer Mühle zerkleinert und gebleicht. Das Sulfitverfahren ist das gleiche,wie beim Holz, nur von geringerer Dauer.

Im großen und ganzen wird die Gewinnung des Zellstoffes aus dem Esparto- undAlfagrase, die besonders inOstindicn uudEngland betrieben wird, in ähnlicherWeise bewirkt.

Die Gewinnung der Papierfasern aus altem Papier (Makulatur). Altesbeschriebenes, bedrucktes oder sonst verunreinigtes Papier läßt sich sofort wieder in einemHolländer oder in einem mühlenähnlichen Apparat in gut verwendbare Fasern ver-wandeln, wenn es vorher in entsprechenderWeise gereinigt wurde. Zu diesem Behufewird es, wie die Hadern, in einer Eutstau-bungsvorrichtung (Ständer, Wolf) trockengereinigt, dann sortiert und hierauf mitSoda in einem eisernen Bottich bis zu24 Stunden gekocht; es folgt Waschen ineinem Waschholländer, dann Zerfasern undBleichen wie bei den Hadern. Das Kochenhat den Zweck, die Druckerschwärze undsonstige Verunreinigungen zu verseifen.

All dieseGewinnungsmethodeu liefernnun „Ganzzeug" verschiedener Sorten,welches in verschiedenen Mengen gemischtzur Erzeugung der verschiedenen Papier-sorten in Verwendung kommt.

Die Vorbereitung des Ganzzeugszur Papicrsabrikatiou. ,

Diese Vorbereitung umfaßt mehrereArbeiten und zwar das Mischen, Leimen ,

Füllen und Färben.

Das Mischen wird in jeder Fabriknach dort gemachten Erfahrungen aus-geführt und richtet sich nach der Sorte desPapiers und den zur Verfügung stehendenRohmaterialien.

Das Leimen ist notwendig, weiltonst das Papier so porös bleibt, daß essaugt und weder beschrieben noch bedrucktwerden kann; es müssen daher die Poren geschlossen, verklebt werden. Im Altertumund Mittelalter wurde das Papier nahezu ausschließlich mit Stärkekleister, dann auchmit animalischem Leim geleimt. Bei Papier, welches in Bogenform erzeugt wird,findet die Leimuug jetzt häufig nach der Herstellung statt, Bogenleimung, in welchemFalle gewöhnlicher, animalischer Leim in Verwendung kommt; bei Papieren aber,welche in Form einer beliebig langen Papierbahn fabriziert werden, wird der Leimdem Ganzzeug beigemengt und in diesem Falle sogenannter Harzleim angewendet. DasLeimen mit Stärke haben schon die Ägypter gekannt. Die für die Papierfabrikationso wichtige Harzleimung wurde schon Ende des 18. Jahrhunderts von dem deutschenPapierfabrikanten Moritz Friedr. Jllig in Erbach erfunden, der 1806 eine Schrifterscheinen ließ, aus der hervorgeht, daß er den komplizierten Chemismus der Harz-leimnng damals schon vollkommen erkannt hatte. Weiches, warmes Harz ist, wie wirwissen, ein klebriger Körper und daher ebenfalls gut geeignet, die Poren des Pavicrs

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