184
Die Herstellung der Pappe.
In all diesen Fällen ist das Trocknen wie bei der gewöhnlichen Pappe schwer aus-zuführen und erfordert viel Sorgfalt und kostspielige Apparate, um eine Pappe zu er-halten, die sich nicht wirft, die nicht wellig wird.
Ist die Pappe auf der Formatwalze, also in Bogenform hergestellt, so wird dieselbeentweder in den schon besprochenen Trockenhänsern aufgehangen, oder das Trocknen findetin einem sogenannten Kanaltrockner (vgl. S. 179t oder auf großen Trockentrommeln(vgl. S. 180) statt.
Bei der Herstellung der Hvlzpappc, namentlich aber der Brannhvlzpappe, die auchsehr häufig wegen ihrer braunen Farbe Lcderpappe genannt wird, kommt insbesonderein Amerika diejenige Methode in Anwendung, bei welcher mehrere Faserschichten gleich-zeitig hergestellt und übereinander gegantscht werden. Eine solche Maschine, die zu dengrößten der Papierindustrie gehört, ist in der Fabrik der National Mctal Edge Comp.im Readsboro im Staate Vermont aufgestellt und kann Pappen herstellen, die aus zwölfübereinander liegenden Faserschichten bestehen, zu welchem Zwecke sie mit zwölf Cylinder-sieben versehen ist, die in zwei Etagen angeordnet sind.
Wie aus Abb. 141 u. 142 ersichtlich, stehen die Cylindcrsiebe 1—6 rechts in der oberen, dievon 7—12 links in der unteren Etage. Jedes Cylindersieb ist in einem unten abgerundetenBlechbottich gelagert, in dem sich das Zeug, der Brannholzschliff befindet. Über die Siebevon 1—6 legt sich der gemeinschaftliche Filz bh der sich in der Richtung der gezeichneten
Pfeile bewegt und bei jedemSieb von einer Gautschwalzean dasselbe angedrückt wird,wodurch sich die auf denSieben entstehenden Faser-schichten au den Filz an-saugen und hangen bleiben.Es bildet sich also auf demSiebe 1 eine dünne Faser-schicht von Braunholzschliff,bleibt an der unteren Flächedes Filzes k' hängen undwird von diesem bei seinerBewegung nach links mit-genommen zum Siebe 2;dort ist in derselben Zeiteine gleich dicke Schicht her-
8SWW
WMW
144. T»dr der Drannhotipaxpcnmaschixe.
gestellt worden, die sich nun unter die erstere legt, durch den Druck der Walze an diese
und den Filz I? angegautscht und von letzterem ebenfalls zu Sieb 3 mitgenommen wird.
Hier wiederholt sich dasselbe, es hasten daher zwischen Sieb 3 und 4 schon drei Faserschichten
an der unteren Fläche des Filzes; von Sieb 4 an vier, von Sieb ö an fünf, von Sieb 6 an
sechs Faserschichteu, die durch den Druck der Gautschwalze des Cylinders 6 alle zu einer gemein-schaftlichen Pappeschicht zusammengepreßt und nun der Presse 13 zugeführt werden. Bei derin der unteren Etage angeordneten ILvIindcrsiebbatterie 7—12 geht gleichzeitig der gleicheProzeß vor sich, hier werden sämtliche Faserschichten nacheinander von dem gemeinschaftlichenFilze übernommen und durch denselben in die obere Etage derselben Presse 13 zugeführt.Vor dieser Presse kommen nun die zwei aus je sechs Faserschichten bestehenden Pappeschichten,die eine von rechts durch den Filz Ist die andere von unten durch den Filz zugeführt,zusammen; werden auseinander gelegt und laufen nun zwischen den beiden Filzen durch dieelf hintereinander angeordneten Walzcnprcssen 13—23 (Abb. 142), von welchen jede aus zweiübereinander gelagerten Walzen besteht, bei welchen jedoch die oberen Walzen nicht das gleicheGewicht haben, sondern die Obcrwalze der Presse 13 die leichteste, die der Presse 23 die schwerste ist.Die Pappe wird daher allmählich einem immer nixhr steigenden Druck ausgesetzt, auch sinddie Walzen immer näher aneinander gestellt, so daß die der Presse 13 am weitesten, die von23 am nächsten stehen, wodurch ein immer stärkeres Auspressen des Wassers und eine immerinnigere Verbindung der zwölf Faserschichten erreicht werden soll. Hinter der Presse 23-hatdie Pappe schon einen so festen Zusammenhang, daß sie allein — nackt, wie der Papiermachersagt — als Pappebah» k in der Richtung des Pfeiles weiter zu gehen vermag; während derFilz k über die Pressen und Cylindersiebe hinweg über Führungswalzcn zu dem Cylinder-sieb 1, der Filz k'' über ähnliche Walzen nach unten zum Cylindersieb 7 zurückkehrt, wobeiein Nässen derselben durch die Spritzrohre a und ein Ausklopfen durch die Klopfer b, d. h. eineReinigung derselben stattfindet. Die Pappebahn läuft nun über die Oberwalzc der großenPresse 24 zu, dann zwischen den Walzen dieser Presse hindurch und gelangt nach abwärts zuden Trockencylindern, von welchen 50 Stück in die Maschine eingeschaltet werden, um einallmähliches Trocknen der dicken Pappe zu erreichen.