Kartonagenfabrikation. 221
Pappen zwischen den ununterbrochen mit Farbe versehenen Farbscheiben und gleichbreitenDruckwalzcu hindurchgehen. Ein ähnlicher Schmuck wird dadurch erreicht, das; die Kantenmit farbigen Papierstreifen parallel beklebt, bordiert werden. Auch diese Arbeit wirdvor dem Nuten oder gleichzeitig mit diesem aus der Bordiermaschine, die auch als Nut-maschine dienen kann, zur Ausführung gebracht. Ein weiterer häufig verwendeterSchmuck besteht darin, daß die Kanten und Ränder des Kartons mit ornamentiertenBlechklammern versehen werden, wobei ähnliche Maschinen wie Kauten- und Nieten-heftmaschine im Gebrauche stehen.
Daß bei Kartons, bei welchen Boden und Teckel von den Seitenwäuden getrennthergestellt werden, die Verbindung dieser in ähnlicher Weise durchgeführt werden kann,ist selbstverständlich.
Bei der Herstellung der runden Kartonskann die Methode mit dem Nuten nicht ange-wendet werden, weil sich, wie man leicht einsehenwird, die Seitenwaud stark in Falten legen würde;hier muß daher entweder Boden und Deckel ge-trennt von der Seitenwaud hergestellt, oder beidesaus einem Stück gepreßt werden.
Im ersten Fall wird diePappe in Streifen geschnit-ten, deren Breite gleich derHöhe, deren Länge gleich demUmfange der herzustellenden,
Schachtel ist. Dieser Strei-fen wird an beiden schmalenRändern so schräg abgeschnit-ten, daß der Streifen imKreis gebogen, und die abge-schrägten Enden aufeinander-gelegt, keine Verdicknng er-kennen läßt. Das Abschrägengeschieht entweder mit einemPappenabschräghobel, Abb.
172, oder mit einer ähnlichwirkenden Maschine oderendlich mit einer sogenann-ten Fräse, deren schnell ro-tierendes Werkzeug mehrerescharfe Schneiden hat unddas Schrägmachen der Kan-ten durch Abschneiden von Spänen bewirkt. Um nun diese abgeschürften Ränder dauerndmit einander zu verbinden und dadurch einen die Seitenfläche einer runden Schachtelbildenden Ring herzustellen, können dieselben durch eine Klammer zusammengehaltenoder verklebt werden. Die letztere Methode ist die gewöhnliche. Da aber nun die auf-einander zu klebenden Flächen sehr schmal sind und daher nur schwer zum Haften zubringen wären, geschieht dieses Verkleben auf der Ziehbank, einer in Abb. 173 dar-gestellten Maschine, welche so eingerichtet ist, daß der um eine entsprechend geformteStange herum und mit den klebrigen abgeschrägten Rändern übereinander gelegte Pappe-streifen mit dieser Stange durch eine genau der zu entstehenden Form angepaßte Öffnung,deren Seitenflächen erhitzt sind, hindurchgezogen wird. Das Hindurchziehen wird durcheine Art Wagen bewirkt, dessen Rollen, wie aus der Abbildung ersichtlich ist, auf demGestell der Maschine laufen. Dieser Wagen wird einerseits nach links, durch einenHaken, mit einer endlosen, durch die Maschine bewegten Kette, anderseits nach rechts,durch den dort sichtbaren Haken mit der erwähnten Stange verbunden. Abb. 174 zeigt
I7L. Kartonklrkrmlischinc.