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Rohstoffe: Die Jute, Nesselfafern. Verfälschung des Rohstoffs.
Nessclarten und unter ihnen vorzugsweise die in Japan, China und Sstindien heimischenUrtioa nivea und tenaeissima, Rheea, Ramie oder Chinagras, je nach den Ursprnngs-orten genannt, während die heimischen Arten Urtiaa ciioiaa sowie die gewöhnliche Brenn-nesscl, Urtiaa nrens, deren Anbanversuche als Kulturpflanze in größerem Maßstabe beiuns behufs Fasergcwinnung indessen leider bisher nur mäßige Resultate erzielt haben.Desto günstigeren Erfolg hat man mit der Verarbeitung der Nesselfafern erzielt, die anGlanz sich der Seide nähern, dabei eine große Festigkeit besitzen, bei der Bleiche eineschöne Weiße Farbe annehmen, sich leicht und ohne Anwendung einer Beize färben undselbst zu den feinsten Geweben verarbeitet werden können. Bisher hat sich allerdings dieFabrikation nur mäßig entwickelt, und zwar einzig und allein wegen der schwierigen Be-schaffung des Rohstoffs; es ist aber zweifellos, daß, sobald die Frage der besten Bast-gewinnung auf machinalcm Wege, für welche die ostindischc Regierung mehrfach Preisebis zur Hohe von 100 000 Mark ausgesetzt hatte, endgültig gelöst ist, wir in dieserPflanze, ganz gleich, ob deren Anbau hier gelingt oder wir darauf angewiesen sind, sieaus südlicheren Klimatcn einzuführen, eine äußerst schätzenswerte Spinnfaser erhalten.Ihre mannigfaltige Verwendung findet sie bereits heute n. a. zu Vorhängen, zuMöbel- und Porticrcnstoffen, Teppichen, Plüschen, Bordüren, Besatzartikeln, als Strick-garn, zu Batisttüchern und neuerdings zuTamenkleiderstoffen, nicht zu vergessen ihrerBestimmung zu Effektfäden in allen möglichenanderen Geweben, wozu sie der ihr eigentüm-liche Glanz besonders geeignet macht. Leideraber wird sie aus letzterem Grunde auch bereitshäufig als Ersatz für Seide benutzt, von wel-cher sie freilich mittels des Mikroskops leicht zuunterscheiden ist.
Als Pflanzenfasern, welche sich in neuererZeil einer größeren Beachtung erfreuen, seienhier noch der Manilahanf, die Kokosfascr,der Neuseelandflachs und der Sisal- oderAloehans genannt, welche sämtlich aus denRippen der Blätter der betreffenden Pflanzengewonnen werden. Von diesen findet nament-lich der Manilahanf zur Verfertigung vonSeilerwarcn und von Schiffstauen wegenseiner Haltbarkeit im Wasser und seiner Leichtigkeit ausgedehnte Verwendung. DerGesamtexpvrt dieses Artikels im Jahre 1885 belief sich auf 425 000 Ballen, wovonallein 208 000 Ballen nach London und Liverpool gingen.
Verfälschung des Rohstoffs.
Durch die verschiedenartigen Verwendungen der aus reinen Gespinsten hergestelltenStoffe hatte man sehr bald die Vorteile und Nachteile der einzelnen Faserstoffe heraus-gefunden und suchte nun den Bedürfnissen entsprechende Mischungen verschiedener Faser-stoffe derart herzustellen, daß in der Ware die Vorzüge der Einzelfascrstoffe möglichst zurGeltung kommen. So bildet man aus Leinen und Baumwolle ein Gewebe, das mit derStärke zugleich die wesentliche Eigenschaft vereinigt, sich dem Körper besser anzuschmiegenund so die ihm innewohnende Wärme zu erhalten. Um das jeder Hausfrau zur Genügebekannte lästige Einschrumpfen der wollenen Strümpfe und Unterkleider, das seinen Grundin der nicht erschöpften Filzkraft der Wolle hat, zu verhüten, empfiehlt es sich, statt reinerWolle diese mit Baumwolle vermischt anzuwenden. Die so zusammengesetzten „Vigogne-waren" werden sich ganz besonders in gemäßigter Witterung bewähren und ein wohl-thuendes Gefühl der Wärme und Weichheit im Körper erzeugen.
Neben diesen gesunden Bestrebungen, die Nachteile der einzelnen Spinnstoffe mög-lichst durch Mischen mehrerer abzuschwächen und dem Verbrauche Stoffe zu liefern, die
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Schafwollfafer in 400fnchrr Nergröhcrnng.