Die Spinnerei: Baumwollspinncrci, Öffner. 29Z
Derartige Reinigungsmaschincn heißen „Öffner", wenn die raschdrehende Wellemit Nasen besetzt ist, nnd „Schläger" in dem Falle, daß zur Geschwindigkeitserteilnngzwei oder drei Schlagschiencn verwendet werden, welche die ganze Breite der Maschineeinnehmen nnd mittels aus der Welle befestigter Arme angeordnet sind. Der gebräuchlichsteÖffner für Baumwolle ist der von Crighton (Abb. 240).
Die Baumwolle, welche durch den Trichter 6 in die Maschine geworfen wird, wirddurch die Nasen X der mit 800 minutlichcn Umdrehungen laufenden Welle gegen den Rost L geschleudert, wodurch die Unreinigkcitcn in den Raum A fallen. Damit ein Steigen derBaumwolle ermöglicht werde, holt der mit 1200—1500 Umdrehungen laufende Ventilator Xden größten Teil seiner Luft durch den Trichter O, zu welchen: Zwecke die ganze Maschinevon einem prismatischen Gehäuse X umgeben wird, das durch einen Schieber nur soviel Luftdurchläßt, als es zum Zurückbringen der durch den Rost geschleuderten Baumwolle bedarf.
Um das Befördern der Baumwolle in der Maschine zu erleichtern nnd zur Vermehrungder Wirkung nehmen die Halbmesser der Nascnarme zu, und oft sind die Nasen verschiedengeneigt. Von der letzten obersten Nasenscheibe folgt die Baumwolle dem Luftzug, wird gegen dieSiebtrommel O gepreßt und nimmt deren Bewegung an, worauf sie durch die Abstreifwalzc I,die sich im gleichen Sinne wie die Siebtrommel 4> dreht, abgenommen wird, auf den endlosenTisch 4 fällt nnd in einem darunter stehenden Korbe gesammelt wird.
Der „Öffner" ist die erste Maschine, durch die die Baumwolle nach der Mischunggeht. Da dieser in der Regel in einem anderen Saale als dem Mischungsraume aus-gestellt wird, so ist ein Befördern der Baumwolle nötig. Um Kosten zu ersparen, wendetman mechanische Beförderungsmittel an, bestehend entweder aus einer Anzahl Lattentücher,die beide Säle verbinden, oder aus einer Rohrleitung, durch die ein Ventilator dieBaumwolle befördert. Ein derartiger „Öffner", der sein Gut saugend holt, heißt „Saug-ösfner".
Ein Durchgang „Öffner" vermag die starkgeprcßte Baumwolle nicht genügend zureinigen und zu lockern. Aus diesem Grunde wird diese einem zweiten Reiniger, entwedereinem „Öffner", meistens aber einem „Schläger" vorgelegt, der durch Abb. 242 u. 243dargestellt ist. Die Baumwolle wird aus dem endlosen Tisch 8 aufgelegt, geht unter denEindrückwalzen K und H zum Cylinder U, dessen Mulde 0 einen Druck von unten gegenden Cylinder U ausübt und so die Baumwolle gehörig klemmt, während die Schlag-schienen das Ausklopfen besorgen. Die Unreinigkeiten gehen durch den Rost X undsetzen sich im Raume X ab. Durch den vom Ventilator 0 erzeugten Luftstrom geht dieBaumwolle auf die Siebtrommeln X und X", von denen sie durch die Abstreifwalzen 24abgeschält und einem Glättsystem, bestehend aus vier unter Druck übereinander liegendenWalzen I/, zugeführt wird. Infolge des Druckes und durch Geschwindigkeitsunterschiededieser Walzen werden die Oberflächen des Vließes geglättet und so wird ein Wickeln aufder folgenden Maschine verhütet. Das Vließ geht unter der Führungswalze X über dieWickelwalzen I zur Seele 4, um welche es sich spiralig aufwickelt. — Bei geringerenBaumwollen gibt man bis zu fünf Flügeln mit 1200 Flügeldrehungen pro Minute. DieLieferung eines Schlägers beträgt ungefähr 100—120 lc§ pro Stunde, der Abgang un-gefähr 3 °/g. Bedient wird die Maschine durch eine Arbeiterin.
Alle diese Maschinen sind mit Auflegern versehen, falls sie das lose Rohgutverarbeiten, um ohne große Bedienung und Kosten dieses so regelmäßig als möglichmechanisch aufzulegen. Außerdem ist jeder Schläger mit „Verzugsreglern" ausgerüstet,um die Eintrittsgeschwindigkeit der Baumwolle derart zu regeln, daß in gleichen Zeitenimmer gleiche Mengen in die Maschine hineingehen, selbst wenn die Auflagen unregel-mäßig sind. Selbstwirkende Vorrichtungen halten die Zuführeinrichtnng bei vollendetemWickel an, worauf die Arbeiterin den vollen Wickel abnimmt, die Seele herauszieht, eineWickelstange nachzieht und die leere Seele wieder auslegt, um alsdann Zuführung, Sieb-trommeln und Glättwalzen durch Heben eines Hebels wieder in Bewegung zu setzen.
Nach dem Reinigen der Baumwolle auf den Öffnern und Schlägern gelangt sie zurKrempel, Karde oder Streiche, deren Hauptzweck ist, die Büschel in ihre Fasern zu zer-legen. Zu diesem Zwecke ist ein fortschreitendes Teilen der Faserbüschel notwendig,welches dadurch erreicht wird, daß die von dem auf der Abwickclwalze X (Abb. 244) sichdrehenden Wickel kommende Baumwolle zwischen einer Mulde L und einem Cylinder 0