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bereits fertig gebildeten Maschen abhebt und auf die Nachbarnadeln überhängt, undzwar etwa auf die nächste, oder auf eine etwas entfernte; in Abb. 307 ist das erstere,in Abb. 398 ist das letztere geschehen. Das Überhängen geschieht mittels der Stech- oderPctinetmaschinc, welche in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts vom EngländerButterworth erfunden wurde. SolchePetinetinnstcr finden Verwendung bei Strümpfenzu Rändern oder zu durchbrochener Wade, bei Kinderleibchen, Häubchen, Jacken n. s. w.und in stärkerer Ausführung auch für Tücher und Decken.
Die vierte Gattung Muster endlich, die sogenannten Deckmnster beruhen darauf,daß man von einzelnen fertig gebildeten Maschen nicht die Oberteile, mittels welcher sieauf den Nadeln hängen, die sogenannten Nadelmaschen, sondern die unteren Verbindnngs-bogen, die sogenannten Platinenmaschen, mit Hilfe besonderer Nadeln erfaßt und sie ausNachbarnadeln überhängt. Diese besonderen Nadeln, die sogenannten Decknadcln, sind,wie aus Abb. 390 ersichtlich, zur Seite gebogen, und eben dadurch werden die betreffendenPlatinenmaschen soweit seitlich verzogen, daß man sie auf die Nachbarnadeln überhängenkann; an manchen Stellen befinden sich solche Nadeln zuzweit zusammengebogen wie bei dd, und an solchenwerden die Platinenmaschen nach beiden Seiten in dieBreite gezogen, so daß sie dann gleichzeitig über zweiNadeln aufgehängt werden können. Natürlich wird durchdieses Znrseite- und Anseinanderziehcn und Aufdeckenaus die Nachbarnadeln viel Faden beansprucht, und dahererfolgt an den betreffenden Stellen eine starke Znsammen-ziehnng der Bläschen und eine Fadenanhäufung und imGegensatze hierzu an jenen Stellen, wo sich keine Deck-nadel befindet, wie bei -x, eine lockere Stelle, ja sogareine Durchbrechung. Arbeitet man nun die aufeinander-folgenden Reihen immer mit derselben Stellung derDecknadeln, so entstehen dichte und lockere Längsstreifen;wechselt man jedoch nach einigen Reihen ihre Stellung,so daß jetzt dort, wo früher eine Fadenanhänfnng ent-stand, eine Durchbrechung sich bildet, und umgekehrt, sowechseln die lockeren und die dichteren Stellen in derLängsrichtung der Ware ab. Die Warenfläche gleichtdann der Mantelfläche einer Ananasfrncht und heißtdaher auch Ananas; infolgedessen wird auch die Deck-maschine mitunter Ananasmaschine genannt. Mit Hilfeder Tcckmaschine lassen sich äußerst effektvolle Musterungen erzielen, indem durch diestarken Fadenanhäufnngen und Znsammenziehnngen ein Heraustreten aus der Ebene undeine sehr schöne Wechselwirkung zwischen Licht und Schatten stattfindet, die sich in gleichwirksamer Weise durch keine anderen Mittel erreichen läßt. Heutzutage ist jedoch dieseArt Muster etwas außer Kurs gekommen. In Abb. 400 u. 401 sind noch zwei Deck-muster, bei welchen das Heraustreten aus der Ebene noch stärker stattfindet, sogenanntergroßer Ananas, abgebildet.
Die Herstellung der Kettenwarv.
Maschenbildung der Kettenwarc. Kettenstuhlelemcntc.
ES wurde bereits eingangs dieser Zeilen kurz der Unterschied zwischen Kulier- undKettenwaren angedeutet, und daher braucht hier nur wiederholt zu werden, daß man esbei Herstellung der Kettenwarc nicht bloß mit einem Faden, sondern mit vielen Fäden,einer sogenannten Kette, zu thun hat, die in mannigfachster Weise durch Maschenbildungmiteinander verschlungen werden. Zwar wurde auch schon bei Knlierwaren öfter vonmehreren Fäden gesprochen, allein ein Mißverständnis dürfte doch kaum entstehen können,wenn wir nur einmal die bei Herstellung der Kettenwaren verwendete Art der Maschen-bildnng näher betrachtet haben.
40S u. 40Z.
Elemente des Kettenwirttltuhls.Nach Willkomm: „Technologie der Wirkerei".