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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Herstellung verschiedener Äautschukwarcn. 707

textnrs» die, welche nur auf einer Leite, selten auf beiden Leiten mit Kantschukmasse über-zogen werden. Die Herstellung der sin^Is tsxturvs geschieht auf zwei verschiedene Arte»:entweder wird die nur durch warmes Walzen erweichte und mit Schwefel gemengte Kautschuk-»lasse in einer sehr dünnen Lchicht aus das Gewebe ausgebreitet und befestigt und sodannim Luftbad vulkanisiert, oder es wird Kautschuk in Benzin gelöst und in Form von Teigmittels einer hierzu konstruierten Maschine, dem „Spreiter", auf die Gewebe aufgetragen,dann mit einem Firnis, meistens aus einem Gummilack bestehend, bestochen und vulkanisiert.

Kantschuksirnisse und -Lösungen. Das Kautschuk dient für sich, wie auch gemengtmit anderen Stoffen zur Darstellung von Firnissen, die sich besonders durch ihre Indifferenzgegen chemische Agenzien und große Wasserdichtigkeit auszeichnen. Als Zusatz zu anderenStoffen verhindert es das Sprödewerden. Um Kautschuklack und Firnisse herzustellen, mußdas Kautschuk vorher gelöst werden. Die Herstellung dieser Kautschuklösungen geschieht ingeschlossenen, durch Damps heizbaren Gesäßen. Die Lösung des Kautschuks wird beschleunigt,wenn die Masse durch eine Röhrenvorrichtung mechanisch bewegt wird. Die Temperatur, beiwelcher die Lösung vorgenommen werden muß, richtet sich nach der Natur des angewandtenLösungsmittels. Bei Anwendung von Schwefelkohlenstoff geht man nicht über 40" (.-,Terpentinöl nicht über 100" (l., Benzin nicht über 60" 6. Zur Bereitung aller Kautschuk-lösungen eignet sich besonders das umgearbeitete, gewalzte Kautschuk, indem das natürlicheweit weniger erweicht und häufig einige Klumpen hinterläßt, die sich auch selbst bei Überschußvon Lösungsmitteln nicht lösen.

Kautschukkompositionen. Die Eigenschaft des Kautschuks, in erwärmtem Zu-stande sich mit den verschiedensten Substanzen durch Walzen innig verbinden zu lassen,hat man benutzt, die mannigfachsten Kautschukkompositionen herzustellen. Wir erwähnenvon diesen als die wichtigsten: das Camptulikon, ein aus England eingeführter Stoff,der vornehmlich zu Zimmerdecken, Teppichen Verwendung findet und im wesentlichsten ausKautschuk, Kork , Leinöl und anderen Beimischungen besteht. In neuerer Zeit ist es durchdas Linoleum verdrängt worden; das Kautschukleder, das von Wiese in Paris durchMischen von gelösten, alten Kantschukabfällen mit irgend einem Faserstoff, wie z. B. Lein,Hanf, Jute, Lederabfällen, und lang andauerndes Walzen erhalten wurde; das Balenit,welches eine zwischen dem Hart- und Weichgummi stehende Masse ist und, wie schon derName andeutet, als Ersatz für Fischbein dienen soll. Zur Herstellung werden verwendet:Kautschuk, Rubinschellack, gebrannte Magnesia, Schwefel, Goldschwesel; dann den Plastit,welcher neben Kautschuk eine größere Menge von festem Steinkohlenpech mit anderenZusätzen enthält, Schleiskompositionen (zum Schärfen der Messer). Die Herstellung dieserFabrikate wird von den Fabrikanten meistens geheim gehalten.

Hornisierte Kautschukwaren. Zur Herstellung des hornisierten oder Hart-gummis verwendet man namentlich das ostindische und das von Java kommende Kautschuk.Das Para-Kautschuk eignet sich dazu weniger Ivegen seiner eigentümlichen Beschaffenheitund seines hohen Preises. Am wenigsten verwendbar ist das afrikanische Kautschuk, daes zu mager ist, wie der technische Ausdruck sagt, und brüchige Ware liefert. Die zumVerarbeiten und Vulkanisieren erforderlichen Apparate und Maschinen stimmen im wesent-lichen mit den bei der Wcichgummifabrikation verwendeten überein. Das Verarbeiten desKautschuks, Reinigen, Walzen, Mischen mit Schwefel und anderen Zusatzstoffen geschiehtin der früher erwähnten Weise. Als Beimischungen enthält derselbe außer den vorherbei der Weichgnmmffabrikation erwähnten Stoffen, je nach dem Zweck, für den er bestimmtist, Guttapercha, Cvrrongit, Balata, Kolophonium, Asphalt, Magnesia, Kalk n. s. w. ZumZweck der Anfertigung bestimmter Gegenstände preßt man die weiche Masse in einzelnenFormen und vulkanisiert sie darin. Die aus den Formen kommenden Hartgummiwarenwerden dann meist poliert. Eine Reihe von Gegenständen ivie Kämme, Federhalter,Platten n. s. w. werden in der Weise hergestellt, daß man die Kautschukmasse zu Plattenvon gewünschter Stärke auswalzt und dieselben der Vulkanisation unterwirft. Die sohergestellten Platten werden durch Feilen, Sägen, Drehen, Fräsen ganz wie Fischbein,Horn bearbeitet und die gewünschten Gegenstände daraus hergestellt. Gerade und glatteSachen sind am leichtesten zu fabrizieren, während Gegenstände wie Papiermesser,Kämme u. s. w., die nach den Rändern zu verjüngt sind, schwer herzustellen sind, da ihnendie gewünschte Form durch Hobeln, Feilen oder Reiben auf einen Schieferstein gegebenwerden muß. Solche Kautschukwaren, welche ein- oder mehreremal gebogen werden müssen,wie Brillengestelle, Schuhzieher, Korsettstäbe u. s. w. werden zuerst aus Platten geschnitten,

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