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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Wachstuch- und Linotcumfabrikalwn.

ins Freie geleitet wird, so daß sie in einem sich mehr und mehr verlängernden Streifenam Gebäude heruntergeht. Es liegt in der Natur der Sache, daß sich breite Stellennicht sehr gut gleichmäßig mit Farbe bedrucken lassen, indem die zähen Farben sich beimAbnehmen vom Kissen in der Mitte dicker als nach den Rändern hin anhängen, also auchauf dem Tuche nur einen ungleichen Abdruck geben würden. Man hilst sich also für solcheFälle dadurch, daß man solche größere einfarbige Flächen mittels paralleler und übersKreuz lausender Einschnitte in eine Menge kleinerer zerlegt, so daß lauter kleine qua-dratische Köpfchen stehen bleiben, deren jedes sein Tröpfchen Farbe annimmt und ab-gesondert auf das Tuch überträgt. Manches, was zu schwierig zu drucken wäre, führtman auch mit dem Pinsel aus, und einzelne Fabriken scheinen noch ihre besonderen Ver-fahren zu haben, um jene Beschränkung teilweise zu überwinden. Marmormusterwerden mit freier Hand gearbeitet; Pinsel, Schwämme u. s. w. sind hier die Mittel, durchderen geschickte Handhabung die Farben in Ordnung gebracht werden, teils so, daß sieauf den Grund aufgetupft, teils auch, indem eine Farbe in gleichmäßiger Lage auf-gestochen und durch Tupfer zum Teil wieder abgehoben wird. Unter den Werkzeugenzum Marmorieren figuriert auch eines, das schwerlich jemand erraten würde — Salat.Ein geschlossener, quer durchschnittener Salat- oder Krautkopf bildet einen ssehr gutenBallen zum Marmorieren. Eben dieser besondere Zweig der Fabrikation, bei dem eineigentliches Drucken nicht stattfindet, wird in jüngster Zeit besonders gepflegt und vervoll-kommnet. Nicht bloß irgend welchen Phantasiemarmor, sondern die wirklichen, natür-lichen Marmorarten, ebenso die verschiedenen Arten von Nutzhölzern in ihrer mannig-fachen Maserung werden so naturgetreu nachgeahmt, wie sie durch kein anderes Mittel,auch nicht durch Handmalerei herzustellen sind. Es dienen dazu kleine Handmaschinen,meistens aus erhaben gemusterten Holzwalzen bestehend, die sich an einer mit rauhemZeuge bewickelten Farbwalze einfärben und über den auf einem langen Tische liegendenStoff hingeführt werden. So schnell als der Arbeiter laufen mag, ist das Muster fertig.Kämme, welche die Zeichnung der Jahresringe und Spiegel in der dünnen Farbehervorbringen, Vertreibepinsel, die dem Ansehen eine natürliche Weichheit geben, undandere einfache Hilfsmittel thun das Ihrige. Schließlich erhalten alle Wachstuchartikeleinen Glanzfirnis, der den Farben ihre volle Klarheit gibt, und wenn bei dem Trocknenkein Mißgeschick vorkommt, was bei der langen Dauer leicht geschehen kann, so ist danndie Ware znm Verkauf fertig.

AIs ein Hauptsitz der Wachstuchfabrikation erscheint Leipzig ; außerdem sind aberzu nennen: Berlin, Frankfurt a. M., Offenbach und Wien . Die Wachstuchfabrikation hatsich bisher nur zu geringem Teile der Vorteile bemächtigt, welche das Maschinenwesen zubieten vermag. Die Natur dieser Fabrikation bringt das allerdings in etwas mit sich,als bei dem ziemlich hohen Preise, welchen die Fabrikate haben müssen, einesteils, andern-tcils bei dem verschiedenartigen Geschmacke, von dem die Verbraucher bei ihrer Wahl ge-leitet werden und welchem die Fabrikanten durch Darbietung immer neuer Muster gerechtzu werden suchen, einer Massenherstellung au sich nicht das Wort geredet wird. Druck-maschinen verlangen aber einen einigermaßen andauernden Gang, wenn ihre Benutzungvorteilhaft sein soll, denn die Walzen sind bei weitem nicht so billig herzustellen, wie dieModel für den Handdruck. Dann aber auch ist der Rohstoff gerade für die billigerenSorten, welche zuerst in großen Mengen hergestellt werden könnten, zu ungleichartig.Die rohen Gewebe zeigen häufig Knoten und unvollkommene Stellen, welche wohl deraufmerksame Arbeiter beseitigen und vertuschen kann, nicht aber die unerbittliche Maschine.Trotzdem wäre eine Vervollkommnung der Wachstuchindustrie wohl möglich, und dieMethoden der Tavetenfabrikatiou können dazu nützliche Wegweiser werden.

Linoleum.

Als Ersatz für das früher beschriebene Camptulikon ist in den letzten zwei Jahrzehntendas Linoleum eingeführt worden, dessen zweckmäßige Verwendung als Fußbodenbelag, alsLäufer für Treppen besonders deshalb immer mehr geschätzt wird, weil es leicht gereinigtwerden kann, ein schlechter Wärmeleiter ist und deshalb warmen Fußboden bildet und