68 Tcr Straßenbau.
Verfahrens und auf die dabei benutzte Tampsstraßenwalze können wir hier nicht nähereingehen.
Noch andere Maschinen kommen bei dem modernen Wegebau zur Anwendung. Sobenutzt man zum Abschlämmen der Steinbahnen Straßenabschlämmmaschinen undStraßenkehrmaschinen. Zur Herstellung des Steinschlages dienen Stcinbrcchmaschinen,daneben ist jedoch das Schlagen mit der Hand noch vielfach in Gebrauch.
Für manche Gegenden, so namentlich für Niederdeutschland, haben die Klinker-chausseen eine erhöhte Bedeutung erlangt. Man versteht unter Klinkern Backsteine, diebis zum Sintern gebrannt sind und daher eine größere Wetterbeständigkeit und Festigkeitals Ziegelsteine besitzen. Die Klinkerchausseen werden in der folgenden Weise hergestellt.
SS. kilinkcrNrakc.
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ss. Kchicnrnrinblniniig in einerLnndltratze.
Aus einer Sandbettnng von 30 bis 40 em Stärke, die durch Walzen und Rammen ge-dichtet wird, werden die Klinker versetzt, und zwar an den Fahrbahnkanten die Reihenparallel mit dem Randsteine und dazwischen rechtwinkelig zur Straßenrichtnng. TieVersetzung erfolgt im Verbände, d. h. in der Weise, daß die Fugen gegeneinander ver-schoben sind. Abb. 35 zeigt diese Anordnungsweise.
Statt der Klinker werden neuerdings vielfach Pflastersteine verwendet, ein Zeichendes zunehmenden Volkswohlstandes, der es erlaubt, nunmehr selbst die Verbindungswegezwischen den einzelnen Orten in einer Weise herzustellen, deren Kosten früher nicht einmalfür das Innere der Ortschaften erschwungen werden konnten.
Bei den Chausseen unterscheidet man wie bei den städtischen Straßen dieeigentliche, in der Mitte liegende Fahrbahn und die Seitenwege. Erfordert der Ver-kehr nicht die Befestigung der Fahrbahn in ganzer Breite, so läßt man einen Teilunbefestigt liegen, welchen man als Sommerweg bezeichnet. Der Sommerweg bietetden Vorteil einer bequemen Benutzung durch Reitpferde und nnbeschlagene Zugtiere, und
37. Gepflasterte Landstrahe mit Geleis.
derselbe wird bei trockenem Wetter mit Vorliebe von dem leichteren landwirtschaftlichenVerkehre aufgesucht.
Tie üblichen Straßenbreiten für Chausseen mit Obstbäumen sind die folgenden:Steinbahn 3,5 bis 7,o in, Sommerweg 3,2 bis 5,8 in, Fußweg 2,v bis 2,9 m, Gesamtbreite8,7 bis 15,2 in. Diese Maße schwanken je nach der Bedeutung des Verkehres und denVerhältnissen der einzelnen Länder.
Da die von den Zugtieren bei gleicher Schwere des zu ziehenden Wagens auf-zuwendende Kraft um so größer wird, je rauher die Fahrbahn ist, so wird umgekehrt beigleicher Kraftaufwendung die zu ziehende Last um so größer gewählt werden können,je glatter die Fahrbahn für die Wagenräder ist. Daher ist bei einer Eisenbahn dasVerhältnis zwischen der Kraftauswendnng und der bewegten Last am günstigsten. Manhat in neuerer Zeit begonnen, diesen Vorteil auch auf den Landstraßen auszunutzen, undzu diesem Zwecke aus den letzteren Schienen gelegt. Hierdurch reiht sich der Entwicke-lungsgang gewissermaßen wieder dem griechischen Straßenbau, mit seinen in die Felseneingearbeiteten Geleisen an, nur daß die modernen eisernen Schienen den antiken steinernen