Schmicdeiserne Schienen. 145
ihr die Zahl der Schiencnverbindungen — Schienenstöße — auf ^ 4 der Zahl bei guß-eisernen Schienen sank, was das Fahren ganz wesentlich verbesserte und Schienen wieRäder mehr schonte.
Trotzdem hatte G. Stepheuson, wie schon erwähnt, nur mit Muhe die Ver-wendung der Walzschieue durchsetzen können. Die Erfahrung gab ihm sehr bald recht,und die von ihm erbaute, im Herbste 1830 eröffnete 48 lein lange Liver-pool-Manchester Bahn erhielt einen vollständig schmiedeisernen Schieneu-strang. Die Abb. 108 n. 109 veranschaulichen das Eigentümliche diesesGleisbaues: diagonal gelegte Steinwürfel, aus denen die gußeisernenStühle mittels Holzdübel und Bolzen befestigt sind, während die 4,57 inlangen Schienen in den Stühlen durch schmiedeiserne Keile festgehalten shaws gewaptcwerden. Aus Dämmen und in nachgiebigem Gelände waren die Stein- "Kch^r^iÄo^unterlagen durch eichene Querschwellen ersetzt, nm die gleichmäßige Höhen-lage beider Schienen zu sichern. TaS Schienengewicht war aus 17,3 für das lausendeMeter erhöht, während auf der Stockton-Darlington Bahn nur 13,0 ÜA,in schwereSchienen lagen. Die Fifchbanchfvrm von Stuhl zu Stuhl war übrigens bei diesenlangen Schienen verfehlt, denn sie setzt die gleiche Höhenlage aller eine Schiene stützendenStühle voraus. Diese Bedingung läßt sich aber in der Praxis, zumal bei den Stein-
108. Schmiedeilrrne Fischbauchschicne der Liverpool-Manchester Eisenbahn, 1830.
würfeln, dauernd nie erreichen, ein Verbiegen der Schienen ist die Folge. Bei dennur von Stuhl zu Stuhl reichenden gußeisernen Schienen war die Fischbauchform ganzam Platze.
Die Fischbanch-Pilzschiene, welche auch auf der ersten europäischen FestlandbahnBrüssel-Mecheln , verlegt worden war, wurde denn auch bald verdrängt durch die Pilz-schiene von gleichbleibenderHöhe, deren Unterkante je-doch zur Verstärkung ihrerWiderstandsfähigkeit undzum Schutze gegen Heraus-heben der Schienen aus denStühlen mit einer Ver-lockung oder auch zwecksbesserer Befestigung in denSchienenstühlen mit beider-seits des Steges angewalztenLeisten versehen waren.
Diese Schienen bedurftenkeiner Handarbeit mehr,waren daher weit billiger.
Sie wurden auf der
ersten deutschen Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth verlegt und zwar ganz nach Artdes oben geschilderten Oberbaues der Abb. 108, nur mit dem Unterschied, daß in Ab-ständen von 300 bayrischen Fuß -- 87,6 in eine 2 in lange Steinguerschwelle vonstärkerem Querschnitt nach Abb. 111 unter dem Schienenstöße eingebettet wurde. DieSchieneuläuge betrug 15 bayerische Fuß ^ 4,38 in. Die Schienen waren in gußeisernen,
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