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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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192 Eisenbahnen: Die Lokomotive.

Schienen mehr zu schonen und die Unterhaltungskosten herabzuziehen. Es werden hierdie vier Achsen durch nicht weniger als acht Zahnräder angetrieben, was gerade nicht zumVorteil der Arbeitsübertragung ist. Diese Banart, bei der je zwei Achsen in einem be-sonderen Rahmen gelagert waren, hat Anlaß zu der in der deutschen Litteratur ver-breiteten Legende gegeben, daß die Lokomotive zwei um einen Mittelzapfen einstellbareDrehgestelle besessen hätte, Hedley also der Erfinder derselben sei. Das ist nicht richtig.Schon die in einer Ebene liegenden acht Zahnräder und die durch Abb. 187 wieder-gegeben? Bauart der Rahmengestelle verbieten eine solche Anordnung. Oben sind dieGebrüder Chapman auf Grund ihrer Patentschrift vom Jahre 1812 als die ersten Ver-wender von Lokomotivdrehgestellen genannt worden. Auffallend ist die Tampfabführung

in Abb. 187. Der Ab-dampf gelangt erst ineinen geräumigen Zwi-schenbehälter und ausdiesem in den Schorn-stein. Nach Smiles hatteHedley diese Anordnunggetroffen, um das vordemvorhandene laute Ge-räusch des ausströmendenDampfes, durch das dieAnwohner der Bahn zusehr belästigt und diePferde scheu gewordenwaren, zu beseitigen.Eine wirksame Feuer-anfachung durch den Ab-dampf war freilich damitaufgegeben.

Um das Jahr 1814greift auch George Ste-phenson in den Ent-wickelungsgang der Loko-motive ein. Mit glück-licher Hand und sicherempraktischen Blick bildet ersie weiter aus und gibtihr im Verlaus von 15Jahren unter wesent-licher Beihilfe anderererfahrener Männer die-jenige Anordnung, die sie zum Kulturträger unserer Zeit befähigen sollte. — Stephenson (vergl. Abb. 188) hatte sich durch rastlosen Eifer allmählich vom Pferdetreiber einerKohlenbahn zum Maschinenwärter emporgearbeitet. Im Jahre 1811 gelang es ihm,eine Verbesserung an einer Newcomenschen Feuermaschine sowie an einer Bergwerks-pumpe zu treffen, was ihm die Stelle eines Maschinenmeisters des bei Newcastle ge-legenen Killingworth-Bergwerks verschaffte. Ein Jahr später wurde er bereits infolgeseiner Kenntnisse im praktischen Maschinenwesen und seines scharfen Blickes für maschi-nelle Betriebe zum Grubeninspektor ernannt. Als solcher konnte er seine Begabungund seinen inneren Drang freier entfalten, und besonders eifrig arbeitete er u. a. an derVerbesserung der Lokomotive, deren Mängel er an der Hedley- und BlenkinsopschenBauart wiederholt kennen gelernt hatte. Die nötigen Geldmittel gab ihm der Besitzerdes vorgenannten Bergwerkes, Lord Ravensworth. Am 25. Juli 1814 setzte Stephenson seine erste Lokomotive auf der Killingworth-Eisenbahn in Betrieb. Zu Ehren des alten

188 . George Stephenson .

Geboren am 9. Juni 1781 in Wylom bei Newcastle -on«Tvne.Gestorben am 12. August 1848 in Taplon Houje bei Chesterfieid.