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Berbundlokomotive». Drei- und vicrcisiindrige Vcrbundlokomotive.
Lokomotiven gebaut werden, in der sich somit Hütten-, Walz- und Maschinentechnik ver-eint vorfindet, ließ hier die erste derartige Lokomotive erstehen, der später zahlreicheandere gefolgt sind. Die beiden Hochdruckcylinder liegen außen, der Niederdruckcylinderlagert innerhalb des Rahmengestelles unter der Rauchkammer. Die Lokomotiven dienendem starken Schnellzngsverkehre der London und North Western-Bahn. Die Jura-Simplon-Bahn hat seit drei Jahren für ihre bis 25" geneigten Bergstrecken gleichfalls drei-cylindrige Verbundlokomotiven, jedoch mit drei Treibachsen und vorderer verstellbarer Lauf-achse eingeführt. Ihr Hochdruckcylinder liegt unter der Rauchkammer, die beiden Niederdruck-cylinder sitzen außen. Die drei Autriebskurbeln sind unter 120" gegen einander versetzt,was für die Drehbewegung günstig ist. Die Lokomotiven sind recht leistungsfähig.
Im Jahre 1885 baute de Glehn , Direktor der elsässischen Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft, eine vierzylindrige Verbundlokomotive, bei der die beiden Hochdruckcylinderinnerhalb der Rahmen, die zwei Niederdruckcylinder außerhalb derselben neben jenenliegen. Diese Bauart fand auf der französischen Nordbahn erfolgreiche Verwendungund verschaffte sich bald wegen ihrer großen Leistungsfähigkeit Anerkennung und Ver-breitung, zuerst auf der badischen, dann aus der Gotthardbahn u. s. w. Auf der letzteren
22 ». Schnellzug Lee EotlharLbahn, 1888.
werden mit solchen Lokomotiven die 140 000 leg schweren Schnellzüge über die mit 25"/(,g: 40) ansteigenden Bahnstrecken mit 45 üm Stundengeschwindigkeit befördert, währendauf der Wagerechten noch größere Lasten mit 90 üm. i. d. Stunde von ihnen gefahrenwerden können. Hierbei entwickelt die Lokomotive bis zu 1200 Pferdestärken, eine ge-waltige Leistung, wenn man bedenkt, daß die vor sieben Jahrzehnten umjubelte „Rocket"nur hiervon zu leisten vermochte. Abb. 223 zeigt die stattliche Gotthardlokomotive inVerbindung mit ihrem Wagenzuge. Die beiden Hochdruckcylinder liegen zwischen denRahmen und übertragen ihre Arbeit aus die erste Treibachse, während die beiden außenbefindlichen Niederdruckcylinder die mittlere Treibachse bewegen. Die Lokomotive wiegtdienstbereit ohne Tender 65 000 und mit Tender 102 000 Ihre Zugkraft be-trägt bis 7500 üg, der Kesseldruck 15 Atmosphären.
Auch auf einer Gebirgsstrecke der preußischen Staatsbahnen wird jetzt eine vier-cylindrige Lokomotive erprobt, und eine zweite in verbesserter Anordnung wird auf derPariser Weltausstellung 1900 zur Schau gebracht werden. Der immer mehr anwachsendegewaltige Verkehr dieser Bahnen zwingt zur demnächstigen Einführung kräftigerer Loko-motiven, als zur Zeit benutzt werden. Letztere vermögen die immer schwerer werdendenZüge häufig nur zu zweien, d. h. mit Vorspann, zu befördern. Ein solcher Zugdienst istaber naturgemäß sehr kostspielig.
Viercylindrige Lokomotiven sind zur Zeit namentlich in Nordamerika verbreitet undzwar nach der Bauart Vauclain (Baldwin-Lokomotivfabrik in Philadelphia). Der