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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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Eisenbahnen: Die Zahnradlokomolive.

fehlte und im Zusammenhang damit auch ein Wasserbehälter. Die Kesselspeisung konntedaher immer nur nach beendigter Fahrt und Ablassen des Dampfes erfolgen. Diese grobenMängel zwangen denn auch bald zu der neuen Banart, die von Marsh und dem IngenieurAiken erdacht, 1868 zur Ausführung gebracht und in Dienst gestellt wurde. Diese zweiteBergbahnlokomotive, auch mit stehendem Kessel ausgerüstet, erhielt zur Sicherung derThalfahrt die von Marsh erfundene Luftgegeiidrnckbremse, die wir seitdem bei allenDampflokomotiven für Zahnbahnen wiederfinden. In die Abdampfleitung (rechts inAbb. 231) ist ein Rohrstntzcn mit Verschlußvorrichtung eingeschaltet. Bei der Thalfahrt,auf der allein die Schwerkraft den Zug abwärts treibt, wird dieser Verschluß vom Führernach der Anßenlnft hin geöffnet, und die Steuerung auf Bergfahrt gelegt. Die Dampstkolben saugen jetzt Luft an und pressen sie zusammen, wodurch ihnen ein Bewegnngswidcr-stand erwächst. Diese Preßluft kann der Führer langsamer oder schneller ins Freie treten

231. Lokomotive der Uigibahlr. 1871.

Erbaut von der Schweizer Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur.

lassen und somit die Fahrgeschwindigkeit des Zuges sicher und gut regeln. Die bei demZusammendrücken der Luft vor sich gehende starke Wärmebildung wird durch Einspritzenvon Wasser in die Cylinder beseitigt, indem dieses verdampft und ins Freie entweicht.

Die Lokomotive vom Jahre 1868 wog 6500 und vermochte eine gleich schwereLast mit etwa 3 üm/Std. bergauf zu schieben, bergab dagegen mit doppelter Geschwindigkeitzu fahren. Im Jahre 1871 änderte Marsh die Lokomotive dahin ab, daß er nachAbb. 230 zwei Blindachsen anordnete, welche je die Arbeit zweier Cylinder aufnehmenund durch ein Zahnrad auf je ein Treibzahnrad übertragen. Der stehende Kessel istso zum Radgestell gelagert, daß er auf der Neigung 100 °/og (1:10) senkrecht gerichtetist. Aus wagerechtem Gleise steht er somit schief — eine bekannte Erscheinung fast allerseitdem erbauten Zahnradlokomotiven, die ihnen in dieser Stellung ein wenig gefälliges An-sehen verleiht, die aber durchaus notwendig ist, damit auch auf der steilsten Steigung dieDecke der Feuerbüchse und die oberen Siederöhren nicht vom Wasser entblößt werden.