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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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Eisenbahnen: Zugdicnsl und Fahrgeschwindigkeit.

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wagen werden hier einfach während der Fahrt von dem Wagenbegleiter kurz vor derÜbergangsstation losgekuppelt (was eine besondere Form der Kuppelung ermöglicht)und in der Station durch Bremsen zum Halten gebracht, während der Schnellzug dieselbe,ohne anzuhalten, durchführt.

Ein weiteres Mittel zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit besteht in der Ab-kürzung der Stationsaufenthalte. Das Äußerste hierin ist auf den Stadtbahnenin London (Untergrundbahn), Berlin und New Jork (Hochbahn) erreicht, denn hier währtdas Anhalten nur bis Minute. Durch Einstellung besonderer Speisewagen, wasin der Neuzeit immer mehr in Aufnahme kommt, fallen die sonst notwendigen längerenFahrtunterbrechungen bei den lange Strecken durchführenden Schnellzügen zwecks Ein-nahme des Mittagessens fort, was einen Zeitgewinn von etwa 1? Stunde ergibt. EnglischeBahnen führen jetzt Speisewagen sogar für die dritte Wagenklasse.

Einzelne englische und amerikanische Züge haben es zu einer sehr großen Turch-schnittsgeschwindigkeit gebracht. Sie sind deshalb auch vom Volke mit besonderen Namenbelegt worden. So heißt z. B. der Schnellzug von London nach Carlisle „Mio üz-ingsootokinan" („Der fliegende Schotte"), ein Zug der Great Western Bahn „Der fliegendeHolländer " u. s. w. Anderseits ist in den im Jngenieurwesen zurückgebliebenen Länderndie Zuggeschwindigkeit eine verhältnismäßig geringe. In Spanien z. B. werden schonPersonenzüge mit 40 üm Std. Turchschnittsgeschwindigkeit „Schnellzüge" genannt. Auch

in Rußland ist es nicht vielbesser. Hier beträgt dieDurchschnittsgeschwindig-keit der Schnellzüge sogarnur 37 üm. Der S. 240genannte Luxuszug dersibirischen Überlandbahndurchführt die 3254 üiulange Strecke Tschelja-binsk-Jrkutsk in 134^Stunden, das gibt einemittlere Reisegeschwindig-keit von 24,s ünr in derStunde. DiePersonenzüge

dieser Bahn bringen es nur auf 16,4 und 21,« kin Std. Reisegeschwindigkeit. Damitverglichen, zeigen die Luxuszüge der nordamerikanischen Überlandbahnen auf der 5483 lernlangen Strecke New Jork-San Francisco eine mehr als doppelt so große Reisegeschwindigkeit,obschon die Steigungs- und Krümmungsverhältnisse ungünstiger sind. — Vergleicht mannach den Fahrplanbüchern die Zuggeschwindigkeiteu, so findet sich der schnellste Zug derWelt in Nordamerika auf der Strecke Philadelphia—Atlantic City . Er fährt im Sommerund legt nach S. 233 die 89 l<in lange Linie in 47 bis 48 Minuten zurück. Die durch-schnittliche Reisegeschwindigkeit beträgt hiernach 111 lein in der Stunde, während die Fahr-geschwindigkeit den Höchstwert von 130 lern Std. erreicht. Auch auf einigen anderen Linienim Osten der Vereinigten Staaten von Amerika kommen erhebliche, wenn auch nicht so hoheGeschwindigkeiten bei Schnellzügen vor. Im Westen jenes Landes dagegen fahren die-selben weit langsamer, da hier der anspornende Wettbewerb mehr oder weniger fehlt.Es kommt jedoch nicht so sehr auf einen einzelnen, besonderen Zwecken angepaßten Zug an,als vielmehr auf die Durchschnittsleistung aller Personenzüge eines Landes. In dieserHinsicht steht England noch immer obenan; aus dem europäischen Festlande sind es diepreußischen Staatsbahnen, wie die nachstehende, dem Archiv für Eisenbahnwesen 1897entnommene Übersicht klar erkennen läßt. Es sind hierin alle Schnellzüge des Jahres1896 aufgenommen, die eine stündliche Durchschnittsgeschwindigkeit einmal von 46 üwund sodann von 60 Lnr überschreiten. Namentlich der letztere Wert führt zu höchstbemerkenswerten Ergebnissen. Die Zahlen geben Prozente der gefahrenen Schnellzug-kilometer an:

334 Vorrichtung zum Mossernehmrn während der Fahrt (1860).