drücken und Viadukte.
M as Bedürfnis zur Herstellung der Verbindung zwischen zwei durch einen Fluß-A laus oder eine Thalschlucht unterbrochenen Wegestreckcu machte sich naturgemäßss, schon in den frühesten Zeiten nach Herstellung der ersten Verbindungswege' geltend. Mau suchte zu diesem Zwecke seichte Stellen des Wasserlaufes auf,sogenannte Furten, und führte die Wege aus beiden Ufern an diese Stellenheran. An solchen Plätzen entstanden sehr bald Ansiedelungen, aus welchensich im Laufe der Jahre Städte entwickelten, wie z. B. in Deutschland Frankfurt a. M.Mit der Zeit wurden Fähren erfunden, mit deren Hilfe der Verkehr zwischen den beidenUfern vermittelt wurde. In den Gebirgen vermochte man nur durch die Schaffung vonBrücken, welche allerdings häufig geuug von der primitivsten Beschaffenheit gewesen sind,das Hindernis zu überwinden. Auch heute noch finden wir in einer Reihe südlicher Länderdiese Verbindungen in einer Weise hergestellt, daß ihre Benutzung für den Fremden nurmit Aufwand eines gewissen Heroismus möglich ist. Als solche Verbindungen sind dieShula und der Sangho zu nennen. Mit dem Worte Shula bezeichnen die Gebirgs-bewohner des Himalaja ein starkes über den Strom oder die Schlucht gespanntes Seil.Ein an diesem Seile hängender Block oder Bügel (Pwu) dient zur Aufnahme des Passa-giers, welcher, auf diesem Blocke sitzend, von dem einen nach dem anderen Ufer gezogenwird resp. sich selber an dem Seile entlang zieht (Abb. 388). Unter „Sangho" verstehtman eine aus Holz oder einem anderen passenden Material geflochtene Hängebrücke.
Als der Mensch nicht mehr sein eigenes Lasttier war, sondern zu diesem Zwecke Tierebenutzte, mußten diese Verbindungen eine weitergehende Ausbildung erhalten, und nament-lich war dies der Fall, als der Wagen erfunden und benutzt wurde. Die ältesten festenBrücken, welche in einem weit zurückliegenden Zeitraume entstanden, sind jedenfallshölzerne gewesen. Zu denselben können die Stege gerechnet werden, welche die Pfahl-dörfer mit dem Lande verbanden. Als eine sehr alte Brückenform sind jedenfalls auch dieAuslegerbrücken anzusehen. Hierbei werden an beiden Usern über das Wasser vorragendeAnlagen aus Balken und Faschinen ausgeführt. Die Balken und Faschinen werden derartangeordnet, daß immer die Enden der einen Balkenreihe über die Enden der unter ihrliegenden Reihe hinausgehen. Solche primitive Brücken gibt es in den verschiedenstenTeilen der Erde, beispielsweise in Mesopotamien und in Amerika (Abb. 389). Einzelneder im Altertume geschaffenen hölzernen Brücken erfreuen sich eines besonderen Ruhmes,so der Pons Sublicius in Rom , auf welcher Brücke sich der heldenmütige Kampf desHoratius Cocles in dem Kriege zwischen den Römern mit Porsena abspielte, die Rhein-brücke Cäsars und die Brücke Trojans über die Donau .
Das Streben der Menschen war frühzeitig darauf gerichtet, das vergängliche Holzdurch ein dauerhafteres Material zu ersetzen. Zunächst wurden nur die Pfeiler in Steinund der Brückenbelag, d. h. die Fahrbahn, in Holz ausgeführt, wie solches von derEuphrat-brücke in Babylon, welche in der Zeit Nebukadnezars erbaut wurde, berichtet wird. Dermenschliche Geist ruhte nicht eher, als bis er auch für die hölzerne Brückenbahn einen
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