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658 Schiffbau.
Klüsen sind gußeiserne Rohre, welche in den Klüshölzern gelagert sind und durch welchedie Ankerkette innenbords geholt wird. Das Steuerruder wird aus einem starken Balken,dem Ruderstamm, auch Ruderherz oder Rnderpsosten, gebaut, an dessen Hinterer FlächePlanken nach der Form der Rudersläche angebolzt werden. Das Ganze wird serner durchmehrere Ruderschereu zusammengehalten, welche an ihrem vorderen Ende die Fingerlingetragen, mit welchen das Ruder in die am Rndersteven befestigten Ruderösen eingehängtwird. Die Ruderfingerlinge nebst Scheren, sowie die am Rudersteven befestigten Ruder-ösen werden aus Eisen oder Bronze gefertigt, je nachdem das Schiff eisen- oderknpferfest ist. Die hölzernen Ruder erhalten am oberen Ruderblatt ein Auge zurBefestigung der Sorgleine, damit das Ruder beim Brechen des Schloßholzes nichtverloren geht. Das Ruderherz ragt durch das Hennegatt in den Schiffsrumpf hinein,und das obere Ende desselben, der Ruderkopf, erhält ein Loch zum Einsetzen der
Ruderpinne. Die Bewegung des Ruders erfolgt bei den Segelschiffen durch die
Pinne mittels Rudertaljen. Das Reep derselben besteht aus Hanf oder Stahldrahtund läuft über Führungsrollen zu einer Trommel, auf welche es durch Handräder,
Steuerräder auf- und abgewickelt wird.Dabei muß das Reep so geschoren
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Schiff nach derjenigen Seite dreht,
nach welcher das Rad bewegt wird.An Stelle der Taljen verwendet manneuerdings eine eiserne Schranben-spindel, welche im vorderen Teil mitRechtsgewinde, im Hinteren Teil mitLinksgewinde versehen ist und durchdas Steuerrad gedreht wird. DurchDrehung der Schraubenspindel werdenauf derselben zwei Muttern hin undher bewegt, welche durch Stangen ge-führt werden, da die Muttern mittelsBacken in zwei Schlitze des Ruderjoches,welches auf dem Ruderkopf befestigt ist,eingreifen, wirddasJoch mitgenommenund so mit dem Ruder gedreht. DasEinsetzen des Ruders erfolgt meistnach dem Stapellaus des Schiffes.
Die Arbeiten an dem Schiffsrumpf sind nunmehr so weit gediehen, daß man mit denVorbereitungen zum Stapellauf beginnen kann. Dieses interessante Schauspiel, beiwelchem das Schiff seinem Element und späteren Lebenszweck übergeben wird, bildet inder Bauperiode des Schiffes einen wichtigen Abschnitt, und mit demselben ist meist dieNamengebung d. h. Schiffstaufe verbunden. Wenngleich der Stapellauf ein nach denGesetzen der Mechanik sich klar ergebender Vorgang ist, so ist derselbe, wie die Erfahrunggelehrt hat, doch nicht immer so harmlos von statten gegangen, sondern hat, wie dieKatastrophe beim Ablauf der „Taphne" an der Clyde im Jahre 1884 bewiesen hat, bis-weilen die traurigsten Unglücksfälle zur Folge. Von dem Bau des Ablaufsgerüstes, sowievon den sonstigen Einrichtungen, welche beim Stapellauf erforderlich sind, soll später ein-gehend berichtet werden.
Nach dem Stapellaus wird der weitere Ausbau des Schiffes gefördert, bestehend inder inneren Einrichtung für die Unterbringung von Passagieren und der Besatzung,sowie in der Bemastung und Takelage. Der innere Ausbau nimmt bei den Passagier-dampfern und den transatlantischen Schnelldampfern sowie bei den Kriegsschiffen eineAusdehnung und Vielseitigkeit an, daß darüber im Zusammenhang später gesprochenwerden soll. Bei den Segelschiffen handelt es sich in der Hauptsache um die Ausstattungdes Quarterdecks oder der Kampagne mit den Wohnräumen für den Kapitän und die
671 . Handsteuereinrichtung mittels Schraubenspindel.