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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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MMrpost unter Kaiser Napoleon I.

Posteinrichtungen Frankreichs . 13

verfügte deshalb im Jahre 1464, daß auf den Hauptstraßen des Reichs in mäßigen Ent-fernungen voneinander berittene Leute (Kuriere) aufgestellt wurden, durch deren Ver-mittelung er schnell aus allen Teilen des Reichs Nachrichten empfangen und ebendahingelangen lassen konnte. Diese Einrichtung, welcher man zum erstenmal den Namen „Post"beilegt, war ursprünglich nur für Regierungszwecke bestimmt. Später jedoch st>urde auchPrivatpersonen der Gebrauch derselben gegen Entgelt gestattet. Die Postreiter führtenauf dem Rücken des Pferdes ein Felleisen (umils) mit sich, um darin die Postsachen zuverwahren, woher die jetzt ,« ^

»och gebräuchliche Bezeich-nung „Mallepost" stammt.

Eine regelmäßige Abferti-gung der Posten fand nichtstatt; sie wurden nur ab-gelassen, wenn das Be-dürfnis dazu hervortrat.

Erst in der zweiten Hälftedes 16.Jahrhunderts wur-den regelmäßig kursierendePosten hergestellt. Dieköniglichen Posten machten

der Pariser Universitäts - , . . ^

bvtenanstalt nicht geringe Konkurrenz, und es war daher natürlich, daß die Leistungender letzteren um so mehr zurückgingen, je weiter die ersteren ihre Wirksamkeit ausdehnten.

Nachdem Ludwig XIV. im Jahre 1643 die Post als Regal erklärt hatte, vereinigteer die Universitäts -Botenaustalt mit der Staatspost und bewilligte der Universität fürden Wegfall der ihr aus jener erwachsenen Einkünfte eine Entschädigung.

Vom Jahre 1672 an gab man die Verwaltung der Posten in Pacht. Die jährlichePachtsnmme, welche anfänglich 1200000 Livres betrug, wurde allmählich bis auf12000000 Livres erhöht, es war also zuletzt das Zehnfache des ursprünglich festgesetztenPachtbetrages zu zahlen.

Erst zur Zeit der erstenRevolution nahm der Staatdie Verwaltung der Postenwieder selbst in die Hand.

Die Staatspost inFrankreich befaßt sich nurmit der Beförderung vonBriefpostgegenständen, derTransport von Paketenund Personen ist Privatenüberlassen. Die Dili -gencen (Eilwagen) undMessagerien (gewöhn-liche Postwagen), welche . ^ ^

diesen Teil des Verkehrs vor Entstehung der Eisenbahnen hauptsächüch vermittelten, warenPrivatunternehmungen, die vom Staate konzessioniert wurden und an diesen eine Abgabe zuentrichten hatten. Die Beförderung der Briefposten wurde gegen angemessene VergütungenPosthaltern übertragen, welche auch die Gestellung von Extrapvsten und Estafetten fürihre eigene Rechnung zu besorgen hatten. Frühzeitig schon wurde in Frankreich der Land-postdienst eingeführt und allmählich weiter ausgebildet. In einzelnen tief gelegenenGegenden, die von Gräben und Sümpfen durchzogen waren, stieß die Ausführung desBestellgeschäfts auf Schwierigkeiten, welche man indes durch Ausrüstung der Landbrieftragermit Stelzen beseitigte aus denen die unwegsamen Stellen leichter passiert werden konnten.

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Mrssagerre royal unter König Louis Philipp.