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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Posten und Postwesen.

rührt. Friedrich Wilhelm I. , der sparsame Monarch, wußte den volkswirtschaftlichenWert der Post besser zu würdigen, als sein prachtliebender Vorgänger, er schrieb fürdie Postverwaltnng mit eigener Hand den Grundsatz vor: ..Die Posten sollen angelegtwerden von Ort zu Ort, ich will haben ein Land, das kultiviert sein soll; höret Postdazu." Demgemäß war er auch mit Eiser bemüht, das Postwesen durch Verbesserungund Erweiterung der Postanlagen und Verbilligung der Posttarise nach Kräften zufördern. Daß unter Friedrich dem Großen die wichtigste Staatsverkehrsanstalt nichtzurückblieb, wird der Erwähnung kaum bedürfen. Doch zeigte der große König fürdie finanziellen Erfolge der Posten weit größeres Interesse, als für ihre volkswirt-schaftliche Bedeutung. Er ließ sich verleiten, die Verwaltung der Posten 1766 infranzösische Regie zu geben, um daraus einen höheren Reinertrag zu erzielen. DieRegiebcamten hatten nichts Eiligeres zu thun, als die Posttaxen sämtlich bedeutend zuerhöhen. Die von dieser Maßregel erwarteten glänzenden Finanzresultate blieben aberaus. Die Posteinnahmen gingen im Jahre 1768 gegen das Vorjahr um 109000 Thalerund im folgenden Jahre um weitere 25 000 Thaler zurück. Der König erkannte den

Mißgriff bald und machte derunheilvollen Wirksamkeit derRegie beim Postwesen schon nachdrei Jahren mit der Sentenz ei»Ende: „Ich will keine Fran-zosen mehr, sie seynd gar zuliderlich und machen lauter lider-liche Sachen." Die Posttaxenwurden zwar alsbald wieder er-mäßigt, zu ihrer Herabsetzungauf die früheren billigeren Sätzeließ sich der König jedoch nichtbewegen. Die von der Regieder Post zugefügten Schäden glicheine umsichtige Verwaltung baldwieder aus, und das Institut eut-

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30 . Preußischer PersonenpMwagcu »us der ersten Miste wickelte sich in Naturwüchsiger

Kraft stetig weiter. Als im Jahre1784 die Roheinuahmen der

des 18. Jahrhunderts.

Post zum erstenmal die Höhe einer Million Thaler erreichten, machte Friedrich am Randedes ihm vorgelegten Berichts die Bemerkung: „Das ist admirabel!" Was würde dergroße König erst bei der Nachricht gesagt haben, daß jene Einnahme im Jahre 18 65,dem letzten vor den großen Umwälzungen in Deutschland , sich aus das Dreizehnfachejener Summe belief, wovon ein Reingewinn von mehr als 1U/z Millionen Thalern zurStaatskasse floß? Durch Ausgabe einer neuen Postordnung im Jahre 1782 erfuhren dieBestimmungen der älteren Postordnung mehrfache Abänderungen und Ergänzungen.

Die kriegerischen Wirren, welche in dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhundertsihren Anfang nahmen und sich bis zum Jahre 1815 fortsetzten, schlugen der preußischenPost tiefe Wunden, deren Heilung erst nach längerer Zeit gelang. Nach Beendigung derKriege wurde die Organisation des Postwesens in den neuerworbenen Landesteilen mitEifer betrieben. Unter Leitung des 1821 zum Chef der Postverwaltung ernanntenGeneralpostmeisters von Nagler ging man mit Verbesserungen auf postalischem Gebietenergisch vor. Zunächst fand noch in demselben Jahre eine durchgreifende Reform desPostzeitungswesens und zugleich die Errichtung einer Zentralstelle für den Zeitungs-vertrieb unter dem Namen „Zeitungscomtoir" in Berlin statt, das als „Post-Zeitungs-amt" noch heute besteht. Zur gleichen Zeit wurden behufs Beschleunigung der Post-transporte Schnellposten eingerichtet, die sich bald der Gunst des Publikums erfreutenund in der Folgezeit eine solche Ausbreitung gewannen, daß im Jahre 1837 deren 182