Band 
Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
Seite
74
JPEG-Download
 

74

Die Feldpost.

die ländliche Bevölkerung mehr und mehr in den großen Kreis allgemeiner Interessengezogen. Die Einsammlnug von Briefen auf dem Lande durch die Landbriefträgerist durch Anbringung von Briefkasten, welche von den Landbriefträgern auf ihrenGängen regelmäßig geleert werden, nngemein erleichtert. Überdies ist die zweckmäßigeAnordnung getroffen, daß die Landpostboten soweit als irgend thnnlich ihren Rückwegüber dieselben Orte nehmen, welche sie auf dem Hinwege berührt haben, damit manauf einen empfangenen Brief das Antwortschreiben dem Boten auf seinem Rückwegegleich wieder mitgeben kann. Gleich günstige Postverkehrsverhältniffe für die ländlicheBevölkerung sind bisher noch in keinem anderen Lande hergestellt worden, und noch vorwenig Jahrzehnten erfreuten sich Städte mittlerer Größe kaum vorteilhafterer Post-verbindungen, als sie jetzt beinahe jedes Torf auszuweisen hat.

. ^

ei. Landbrieftriiger mit Fuhrwerk.

Die Feldpost. Aber nicht bloß im Frieden, sondern auch im Kriege zeichnet sichdie deutsche Post durch hervorragende Leistungen aus. Die intellektuelle, moralische undphysische Beschaffenheit des Kriegsmannes wird gehoben, wenn man über dem Soldatennicht den Menschen vergißt. Dessen ganze Tüchtigkeit entscheidet den Krieg. Diese aberwird gefördert durch die musterhaften Institutionen der deutschen Armee und in nichtgeringem Grade durch die beständige Verbindung des Soldaten mit seinem Vaterlande,mit seiner speziellen Heimat, mit seinem Dörfchen, mit seinen Angehörigen.

Diesen Zusammenhang zu vermitteln, bildet eine der vornehmsten Leistungen derFeldpost. Sie versorgt den Soldaten mit geistiger Nahrung. Ihre nächste Aufgabe be-steht in der Verbindung der einzelnen Kommandos untereinander, in der schleunigen undsicheren Beförderung der Tienstkorrcspondenz und anderer dienstlicher Dinge. Sogleichmit Eintritt der Heeresmobilmachnng findet auch die Einrichtung der Feldpost statt,deren Personal schon in Friedenszeiten vorbestimmt ist. Für das große Hauptquartierdes obersten Kriegsherrn wird das Feldoberpostamt, für die Oberkommandos der ver-schiedenen Armeen je ein Armeepostamt, für jedes Armeekorps ein Feldpostamt und für