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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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220 Buchbinderei.

Der Schnitt. Die Schnitte der Bücher werden in der Regel nicht weiß gelassen,sondern mit einer geeigneten Färbung versehen; die einfachste Schnittverziernng ist dasSprengen der Schnitte. Man gibt die Farbe anf eine steife Bürste und reibt mit derselbenauf einem Gitter, einem eingerahmten Geflecht herum, so daß die dnrchspritzendc Farbeanf die magerecht liegenden Schnitte fällt. Legt man vorher Graupen oder ähnlicheKörner, gefeuchtete Sägcspänc oder geschabte Kreide in angemessener Verteilung anf denSchnitt, so bleiben die gedeckten Stellen weiß und man erhält den sogenannten Körner-oder Kreideschnitt. Eine bei weitem vollkommenere Schnittverziernng ist der gefärbteSchnitt. Mit Klebstoff angeriebene Wasser- oder Beizfarbcn werden mittels Pinsel auf-getragen und, nachdem sie trocken, mit achatenem Gtättzahn unter Anwendung von Wachs

geglättet. Während des Anf-tragens wie auch beimGlätten muß das Buch guteingepreßt sein.

Eine solide Verzierungdes Schnittes wird durchdas Marmorieren er-reicht, eine Arbeit, die vielÜbung erfordert, jedoch mitzu den interessantesten Be-schäftigungen des Buchbin-ders gehört. Das Versabrenist folgendes: In einenflachen Kasten von Zinkblechschüttet man den durchKochen von isländischemMoos und Wasser gewon-nenen Schleim, oder inWasser aufgequollenen Tra-gantgnmmi, welcher den so-genannten Marmoriergrnndbildet. Anf diesen Grundsprengt nun der Marmo-rnerer mit einem Pinsel be-sonders bereitete Farben,welche mit Rindsgalle ver-setzt sind und die Eigen-tümlichkeit haben, daß dieausgesprengten Tropfen sichbedeutend verflachen, abertrotzdem nicht ineinanderverlaufen, sondern nnvcrmischt nebeneinander stehen bleiben und dadurch, daß die zu-letzt aufgespritzten Farben die früheren zu starken Adern zusammendrängen, ein demnatürlichen Marmor ganz ähnliches Muster bilden. Um dieses auf den Schnitt zubringen, nimmt der Arbeiter das Buch zwischen zwei Bretter und taucht dasselbe behut-sam in die Flüssigkeit, wodurch sich die oben schwimmenden Farben anf den Buchschnittübertragen. Da sich die feuchten Schnitte leicht verwischen, so müssen die Bücher, bevordaran weiter gearbeitet werden kann, gut getrocknet werden.

Die einmalige Farbenauftragung dient übrigens nur für eine Schnittfläche; einmalbenutzt, ist an dieser Stelle die Farbe nicht mehr zu brauchen, es müssen daher dieFarbenrcste von dem Marmoriergrnnde mittels eines scharfen Papierstreifens entferntund für neue Schnitte neue Farben aufgetragen werden. Mittels dieses Verfahrenslassen sich eine große Anzahl verschiedener Muster herstellen, die zu beschreiben zu weit

159 . Dreiseitige Scschncidrmaschirir.

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