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Zehnter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Zweiter Teil: Geistiger Verkehr.
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Die Photographie als Hilfsmittel beim Studium schnellster Bewegungen. 383

ihrem freien Fall durch die Luft und beim Aufschlagen auf die Wasserfläche annehmen.

Eine ganz eigenartige Ausbildung hat die Chronophotographie durch die „Ge-brüder Lumiere" in Lyon erhalten, welche die Verwendung von Filmbändern fürden Zweck von Reihenaufnahmen zuerst herangezogen haben und so den Grundtypns der-jenigen Instrumente erfanden, welche wir heute als Kinematographen, Bioskope, Mn-toskope u. s. w. kennen. Das Prinzip dieser sämtlichen Apparate beruht auf folgendenGrundsätzen. Breitet man eine Photographische Schicht auf Celluloid aus, so kann man,theoretisch wenigstens, beliebige Längen lichtempfindlicher Bänder erhalten, auf die,während sie sich von einer Rolle auf die andere abwickeln, nebeneinander PhotographischeBilder erzeugt werden können. Der Kinematograph besteht daher wesentlich aus zweiTeilen, einer Vorrichtung, mit deren Hilfe ein langes Filmband von einer Rolle auf einezweite übergeführt wird, und einer damit zwangsweise verbundenen Einrichtung, welchedie Beleuchtung des Filmbandes während des Abrollens in gleichen Zeitintervallen ver-anlaßt. Da das Film-band im Moment derBelichtung stillstehenmuß, so erfolgt die Ab-rollnng ruckweise, unddas Bestreben der Kon-strukteure ist darauf ge-richtet gewesen, im In-teresse der Erreichungmöglichst langer Belich-tungszeiten und dochmöglichst zahlreicher Auf-nahmen in der Zeit,die Zeit, welche derFortbewegung der Filmgewidmet ist, möglichstzu verkürzen, währenddie Zeit der Ruhe mög-lichst verlängert wird.

Die ruckweise Bewegung,welche die schwächsteStelle der Kineinato- 27 g. FUntengeschotz in der Luft mit den umgebenden LnftwrUen.graphen ausmacht, zu Amnahme von « 0 ,-.

vermeiden, ist bisher

konstruktiv noch nicht geglückt, so viel Mühe auch von den verschiedensten Praktikernauf diese Aufgabe verwandt worden ist. Die meisten Kinematographen werde» beider Aufnahme mit der Hand durch eine Kurbel, gleichzeitig dem Bewegnngsmechanis-mus der Filmrollen, bethätigt und der gewöhnlich als rotierender Sektor aus-gebildete Momentverschlnß in Drehung versetzt. Gewöhnlich hat das Filmband eineBreite von 25 bis 40 mm, und die aufgenommenen Bilder schwanken im Formatzwischen 5 und 20 gcin, sind also außerordentlich klein. Ihre Zahl jedoch ist eineaußerordentlich große, gewöhnlich werden in der Sekunde 10 bis 20 Bilder auf-genommen, und die Belichtnngszeit eines jeden ist Izg Sekunde. Da der Kinematographhäufig 2 bis 5 Minuten in ununterbrochener Thätigkeit bleibt, so kann man sich die großeZahl der Bilder, welche während dieses Zeitraumes aufgenommen werden, vorstellen unddie Länge der notwendigen Filmbänder ebenfalls leicht ermessen. Die Apparate, welchedas ruckweise Vorwärtsbewcgen der Aufnahmefilm besorgen, sind äußerst verschieden.Sämtliche aber beruhen im Prinzip darauf, daß die Film in ihren Rändern durchkochtist, und daß in diese Löcher der Kranz eines Zahnrades eingreift, welches sich ruckweisedreht. Bei einigen Konstruktionen ist diese ruckweise Drehung vermieden, bei ihnen wird