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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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24
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Alle ein Feld der Wirksamkeit, aus welchem Euch keine Partcibestrebunz trennen, sondern der regste Wetteifernur immer mehr einigen kann. §

Wir verordnen demnach, daß sür die Wcttcrbcschadigten der Bezirke Zürich, Hinweil, Uster , Wintcrthurund Bülach , mit Ausnahme der von den Hochgcwittern selbst Betroffenen, hinsichtlich welcher den Statthalter-ämtern besondere Anweisungen zugestellt worden sind, eine Liebessteuer in Geld eingesammelt werden soll, undzwar entweder Sonntags den 30. Wintermonat in den Kirchen oder in der gleichen Woche von Haus zu Haus.

Gegenwärtige Kundmachung soll Sonntags den 23. d. M. durch die Pfarrer von den Kanzeln verlesenund an den gewohnten Orten angeschlagen werden.

Gegeben in unserer Rathssitzung, Donnerstags den 20. Wintcrmonat 1845.

Im Namen des Rcgierungsrathes:

Der Amtsbürgcrmeister,

Dr. I. Furrer.

Der erste Staatsschreibcr,

Hottinger.

Diese LicbeSstcuer ertrug 20,289 Fr. 76 Rp. Am 23. konstituirte sich im Schützenhaus in

Zürich der Lebensmittelankaufsverein mit 1390 Aktien, jede zu 50 fl., und bestellte ein Konnte.

Mitte November fiel der Brodpreis wieder auf 16 Rp. per Pfund. Im Christmonat herrschte

beinahe durchweg warme Temperatur, Regen fiel mehr oder weniger an 17 Tagen, schön war es

an 6 Tagen; am 11. war es sehr stürmisch und es fiel etwas Schnee. Der Preis der Lebens-mittcl blieb sich bis am Schlüsse des Jahres gleich.

1846.

Der Neujahrstag war überaus unfreundlich, es regnete stark und ein heftiger Sturmwind wehte;am BerchtoldStag schneite es, am 4. kam die Kälte, die bis über die Mitte des Monats hinausanhielt, vom 15. bis 2>. war es nebelicht, dann trat am 22. lauwarme Witterung ein, und bisam Schlüsse des Monats war das Wetter nun meist regnerisch und zum Theil stürmisch. Am Endedes Monats standen die Kornpreise zwischen 16 fl. und 17 fl. 12 ß. Das Brod kostete per PfundI 61/2 Rp., die Kartoffeln 1 fl. Die erste Hälfte des Hornung war ziemlich naß und stürmisch, vonder Mitte des Monats an herrschte dagegen das schönste Frühlingswettcc. Schon am 8 . entleertesich in der Ferne ein Gewitter; vom 17. an sah man die ersten Blüthen; um diese Zeit zeigtensich bereits einige Schmetterlinge, am 27. Störche. Der Brodpreis fiel in diesem Monat wiederauf 16 Rp. Am 6 . Jenner bevollmächtigte der Regierungsrath den Finanzrath, die in den Häfenvon Trieft und Marseille angekaufte Frucht (3100 und 2100 Malter) daselbst auf bestmöglicheWeise zu verkaufen, da es sich gezeigt habe, daß die Getreide- und Kartoffelnoth im Kanton nicht sogroß sei, wie man früher im ersten Schrecken besorgen zu müssen geglaubt habe, und da die ärmerenVolksklassen angefangen haben, sich des türkischen Kornes oder Maises als Nahrung zu bedienen. Am21. Februar ordnete die Regierung eine Fruchtaustheilung von 4883 Maltern an, zur Hälfte in ge-dörrter, zur Hälfte in ungedörrter Fruchr, zu dem Preise von 12 fl. per Malter. Die Gemeindenwurden zu diesem Behuf in sechs Klassen getheilt und angewiesen, die Frucht in Zürich, Töß , Winter-thur und Rüti zu beziehen, der Finanzrath ferner bevollmächtigt, 6000 Viertel Kartoffeln anzukaufen.