256
nachdem in den Jahren 1832 und 1837 in Folge reiflicher Berathungen und Erwägungen zahl-reicher Behörden und in Uebereinstimmung mit vielen Wünschen aus der Mitte des Handwerks-standes selbst die Handwerke frei gegeben worden, die Behörden nicht ermuntern könne, rückwärtszu reformiren, daß man dagegen hinwieder eben so weit entfernt sei, zu verkennen, daß für dieHebung des Handwerksstandes und sein gedeihliches und erfreuliches Fortkommen viel gethanwerden könnte, und zwar ohne die Bahn gewagter Experimente zu betreten. Als solche Vorschlägezu Hebung deS Handwerksstandes werden bezeichnet: eine länger dauernde und umfassendereBildung desselben mittelst Handwerksschulen, periodische Wiederkehr von Industrieausstellungen deseinheimischen Gewerbsfleißes, eine Art permanente Ausstellung desselben durch Errichtung vonJndustriehallen, Gesellenvereine zu geistiger und Gemüthsbildung derselben, freie Handwerkervereinezur Förderung ihrer Thätigkeit und verständigen Ordnung ihrer Angelegenheiten, Vorschußkassenfür Handwerker, vermittelst welcher dieselben auf ihre fertigen Fabrikate Gelder erheben und in Zeitender Noth oder zur Erwerbung unerläßlicher Werkzeuge, Materialien u. s. w. sich helfen können,ohne wucherhaste Zinse zahlen zu müssen. Der Bericht endigt mit folgenden Schlußworten: „Diealte Zeit ist vorüber, im Gewerbsleben wie überall, sie kann nicht wieder zurückgerufen werden, siesoll es auch nicht. An die Stelle der Ausschließung Vieler zu Gunsten Weniger tritt die gleicheBerechtigung Aller; an der Stelle des Zwangs, der die Kräfte in feindliche Schaaren trennte,ringt sich die freie Assoziation empor, die die Kräfte zu verbinden, zu einigen strebt. Tausend undtausend Erscheinungen des gewerblichen Lebens, alle Fortschritte der Industrie, der Technik tragendiesen Charakter, geben der gewerblichen Gegenwart dieses Gepräge. Aber noch sind wir erst imBeginne dieser neuen, weitere Entwickelungen bedürfenden Epoche, und vielleicht, ja wahrscheinlichist auch sie nur eine Uebergangszeit. Wir aber leben in der Gegenwart. Sie erkennen, die Wege,die sie gehen will, erleichtern, die Uebel, die sie mit sich bringt, mildern und ertragen lernen, heißtauch für die Zukunft wirken, heißt sie sicherer vorbereiten und schwankungsloser als durch das Zu-sammenfügen einzelner Bruchstücke der Vergangenheit oder durch das Haschen nach Luftgebildeneiner geträumten künftigen Zeit."
Die Regierung adoptirte diese Ansichten vollständig, und der Große Rath beschloß am 23.Oktober 1849 in Genehmigung des Antrages der letztem, den Petitionen keine weitere Folge zu geben.
Den vielen statistischen Nachmessungen aus der oben angeführten Schrift wird für den vor-liegenden Zweck nur folgende Tabelle enthoben, welche die Anzahl der Handwerker im ganzenKanton im Jahr 1845, die Zahl der Vermögen und Erwerb Versteuernden angibt und bemerkt,daß ein Handwerker durchschnittlich 1380 Frkn. Vermögen besaß und 320 Frkn. Erwerb versteuerte.
Gesammtzahl. Zahl der Vermögen Zahl der Erwerb
Bäcker
398
Versteuernden.
339
Versteuernden.
392
Buchbinder
59
41
57
Büchsenmacher
25
20
24
Drechsler
213
151
199
Gerber
65
59
65
Goldschmiede
33
29
33
Hafner
96
67
93