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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Staat einen Beitrag von 150 fl., 1847 und 1848 wurde die K-mmunikationsstraße von Gibschweilnach Bäretschweil unter der Leitung des RcgiernngskommissärS Greutert durch Verdienstlose armeLeute aus dortiger Gegend im Wesentlichen auf Kosten des EtaateS neu hergestellt; im erstemJahre durch Herrn I. I. Keller die Weißstickerei in der Gcmeinoe eingeführt, die später durch dasWiederaufblühen der einheimischen Weberei von weißen und gefaxten Tüchern litt, indeß mit einerAnzahl besserer Arbeiterinnen immer noch fortbetrieben wird. 1849 wurde die Seidenweberei ein-geführt und gewinnt nun allmälig festen Boden. In diesem Zahre war man nahe daran, aufdem Langenberg ein Waisen-, Armen- und KorrektionshauS zu errichten und bereits der Entschlußhiezu in einer schwach besuchten Gemeindsversammlung gefaßt worden. Diesem Beschluß, der vondem konservativen Theil der GemeindSbürger ausgegangen war, widersetzten sich die politischenGegner derselben aus verschiedenen Gründen, namentlich gestützt auf das unpassend gewählte Lokal,die allzu großen Kosten und die Vereinigung von dreierlei Menschenklassen in einer und derselbenAnstalt und wußten es durch ihre Vorstellungen dahin zu bringm, daß der Beschluß wieder auf-gehoben wurde. Anno 1850 wurde eine sogenannte Almoserkaffe zu Verhinderung des Bettelsund eine Filialersparnißkasse gegründet.

In den Jahren der Thcurung, 18451848, litt die Gemeinde sehr; die Zahl der auö Staats-fruchtvorräthen und Privatgaben unterstützten Personen stieg auf 1953. Während dieser Zeit wurdeim Oberhof und beim Steg Suppe gekocht und in Portionen ausgetheilt.

Der Rückschlag in sämmtlichen öffentlichen Gütern der Gemeinde, der schon seit längerer Zeiteingetreten, durch die Noth der letztem Jahre aber höher gestiegen war, veranlaßte die einsichtigemBürger, auf außerordentliche Mittel zu denken, um dem Uebel gründlich abzuhelfen, die dießfälligenBestrebungen wurden aber vom Anfang bis zum Ende vielfach von dem in der Gemeinde herrschen-den Parteiwesen durchkreuzt und der Erfolg geschwächt. Im Jahr 1850 gab die Gemeinde derDirektion des Armenwesens eine Petition ein, in der sie dieselbe von ihrem Vorhaben, die Schuldenzu tilgen, in Kenntniß setzte, worauf diese Behörde den Wunsch äußerte, speziellere Mittheilungenüber den jetzigen Zustand der Gcmeindcgütcr so wie über die Ursachen der Armuth und derenHeilmittel zu erhalten. Dieß veranlaßte den jetzigen GemeindSpräüdenten, Herrn I. I. Keller, ineiner Druckschrift die Lage der Gemeinde weitläufig aus einander zu setzen, in welcher das Defizitin dem Armen- und Gemeindsgut auf 10256 fl. 1 ß. berechnet, die Ursachen des Entstehens des-selben und der Verarmung der allgemeinen Abnahme des industriellen Verdienstes, den Kosten derErbauung der Tößthalstraße, der Erdäpfelkrankheit mit ihrem Gefolge, Theurung und Verdienst-losigkeit, zugeschrieben und als Hülfsmittel hiegegen die Schuldentilgung, die Eröffnung neuerEinnahmSquellen für die Gemeinds- und Armengüter, Ersparnisse und Vereinfachungen in der Ver-waltung, die Auswanderung, die Einführung neuer Erwerbszweige und die Befestigung und Ver-breitung sittlichen Wandels bezeichnet wurde. In Folge erhaltener Beroilligung veranstaltete die Vorsteher-schaft nun einen gedruckten Ausruf zu freiwilligen Beisteuern, der durch die Zeitungen in allen GemeindendeS Kantons verbreitet wurde und laut einer gedruckten Broschüre folgendes Ergebniß hatte:

Es gingen ein:

a) von Gemeindsbürgern ....... 2040 fl.. 6 hlr.

b) vom Staat als außerordentlicher Beitrag .... 1250 - - -

Uebertrag 3290 - 1 - 6^

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