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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
Entstehung
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426
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Sitzberg.

Diese im Jahr 1836 neu gestiftete, durch kirchliche Trennung von Turbenthal entstandeneKirch- oder eigentlich bloß Filialgemeinde, über welche in meiner frühern Chronik, Seite 558, eineausführliche Mittheilung enthalten ist, zählte mit Ausschluß einiger thurgauischen Oertchen, die dazugehören, im Jahr 1850 289 Einwohner. Die bedeutendsten Ortschaften der Gemeinde sind: Schmidrütimit 68, sodann Kalchegg mit 53, Sitzberg mit 33, Ruppen mit 36, Schochen mit 22 Einwohnern u. s. f.Alle diese Orte liegen in dem Gebirge hinter Turbenthal an der thurgauischen Grenze zerstreut.

Das Denkwürdige, was in dem Zeitraum von 18401850 in dieser armen Gemeinde vor-kam, bestand in dem Bau eines Pfarrhauses, Reparaturen an der Kirche, einer Straßenanlageund Vorkehrungen gegen die Theurung.

Im Jahr 1842 wurde der Bau einer neuen Kommunikationsstraße über Landcnberg nachSitzberg begonnen und 1843 vollendet. Die der Filialgemeinde Sitzberg obliegende Strecke betrug3300 Fuß und die Kosten hiefür 1513 sl. 27 ß.

An der in den Jahren 1837 und 1838 erbauten Kirche, von welcher meine frühere Chronikeine Abbildung enthält, wurde Anno 1844 ein Sockel, 1845 ein Unterdach hergestellt, die Kostenbetrugen 410 fl.

In den Theurungsjahren 1845 und 1846 wurden zirka 60 Zentner Maismehl zu 3 bis 4 ß.per Pfund ausgewogen, 1847 191 Zentner zu 21/2 bis 3 ß. per Pfund. Ebenso wurde Suppegekocht und zwar zuerst nur in Sitzberg, später auch in Schmidrüti, im Ganzen 14038 Portionenä 1 ß. Dieselbe bestand aus Mais, Grütze, Reis, Fleisch und Butter.

Da der Pfarrer in der bisherigen Privatwohnung zu Habcrg, das zum Thurgau gehört,sehr unbequem logirt war, so entschloß sich die Filialgemeinde zum Bau eines Pfarrhauses. DieseBaute wurde in den Jahren 18451848 von Herrn Zimmermeister Fluck von Wyla ausgeführtund kostete im Ganzen 5988 st. An diese Summe gab die Regierung einen Beitrag von 3750 fl.,aus dem Rest der bei Stiftung der Gemeinde eingezogenen Liebcssteuer wurden verwendet 860 fl.,an Geschenken gingen ein 256 fl., das Neblige mußten die Bürger der Gemeinde auS ihremSack bestreitcn. Das Pfarrhaus hat eine Länge von 38 Fuß 9 Zoll und eine Breite von 32 Fuß.In einem Anbau befindet sich das Waschhaus und der Holzschopf.

Im Jahr 1848 wurde das Sträßchen, welches von Brcnngau über Goßweil au die thur-gauische Grenze führt, verbessert.

Anno 1849 mußte das Dach des KirchthurmS reparirt und derselbe wieder frisch angestrichenwerden, was 284 fl. kostete.

Der erste Pfarrer der Gemeinde ist Herr Johannes Schultheß von Zürich .

Stadel

Diese Kirchgemeinde hatte im Jahr 1836 1342, im Jahr 1850 1452 Einwohner und zwar1176 Gemeinds-, 238 Kantons-, 28 Schweizerbürger und 10 Ausländer. Es kommen auf dieZivilgemeinde Rath 242, auf Schüpfheim 142, auf die Gemeinde Stadel 678, auf die GemeindeWindlach 390 Einwohner.

Landbau ist durchaus vorherrschende Beschäftigungsart, daneben hat es Handwerker.