Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
550
JPEG-Download
 

550

Verhalten in der Schule, Absenzen, Strafen, Tabellen, Bezug des Schulgeldes und Verhaltenaußer der Schule verbreitet.

Es kann sich daher hier nur um eine Angabe über den Bestand der Schulen handeln.

Es zählte die Knabenschule:

1847 l5 Lehrer, Schüler 478.

1848 15 - - 484.

1849 15 - - 523.

1850 15 - 313 Elementar- und 234 Realschüler. Total 547.

Die Mädchenschule:

1847 24 Lehrer und Lehrerinnen, Schülerinnen 514.

1848 24 - - - - 522.

1849 24 - - - - 515.

1850 24 - 214 Elementar-, 210 Real- und 118 Repetirschülerinnen. Total 542.

Die Ergänzungsschule:

1847 2 Lehrer, Schüler 139.

1848 2 - - 156.

1849 2 - - 158.

1850 2 - - 131.

Die Schulgüter betrugen:

Stadtscbulfond. Brüqgerfond. Thommann'sche Stiftung. Töchterschulfond.

1839 153,492 fl. 17 ß. 236,258 fl. 19 ß. 77,802 fl. 25 ß. 35,264 fl. 38 ß.

1844 156,872 - 5 - 241,634 - 2 - 80,272 - 38 - 36,114 - 4 -

Sechseläriten

Dieses ächt zürcherische Volksfest wurde auch in den Jahren 1841 bis 1850 gleich wie frühergefeiert, nämlich am Morgen treiben sich eine Menge verkleideter Knaben und Mädchen einzeln oderin Gruppen in der Stadt umher und erbitten sich vor den Häusern oder von den VorübergehendenGaben. Auf den Zünften werden Mittags Mahlzeiten gehalten. Schlag 6 Uhr ertönt die großeGlocke beim Großmünster als Frühlingszeichen nach langer Unterbrechung wieder zum ersten Malund es mischt sich in die Töne derselben nicht selten mehrfacher lauter Jubel. Nun werden dievon den Knaben verschiedener Stadtthcile im Schützenplatz, auf dem Hirschengraben, im Kratz undauf andern großen Plätzen bereit gehaltenen Holzhaufen angezündet, und lodern, bis unter lautemJubel die auf denselben befindlichen Böggen (ausgestopfte Puppen oder Strohmänner) verbranntsind. Um 8 Uhr findet auf den Zünften das Nachtessen statt, nach dessen Vollendung die Zünslerin Zügen mit Musik unter Beleuchtung von Laternen oder Fackeln einander Besuche abstatten, waSoft bis gegen Morgen geht und wobei es bei den dießfülligen Anreden nicht an mannigfaltigenSchwänken fehlt.

Die Hauptcrgötzlichkeit des TageS aber, die oft Tausende von Zuschauern von Stadt und Landherbeiführt, ist der kostümirte Festzug, der auch während dieses Zeitraumes in ausgezeichneter Weisesich geltend zu machen suchte, in den meisten Fällen auch gelang und neben dem Hauptzweck,der Belebung und Weckung gemeinsamen Frohsinns und der Vereinigung der verschiedensten Elemente,