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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Zeichnungen und Kostüme angefertigt, und eS gelang, zwar mit weniger Mannschaft als im Jahr1841, aber in sorgfältig und treu nach Vorschrift gearbeiteten schönen Kostümen den Zug auszu-führen, für welchen eineOrdnung" gedruckt wurde. Voran ritten Trommeter, dann folgtenButtler'sche Dragoner, Terzky's Karabinierer, Trommelschläger und Sackpfciser, Terzky's Hellcbardierer,Trommeter, Ordonnanzen, der Generalissismus Wallenstein mit seinen Adjutanten, PappenheimerKürassierer, Ticfenbacher Arkebüsierer, Terzky's Pikenierer, Trommelschläger, Konstablcr, HolkischeJäger und scharfe Schützen, Kroaten zu Fuß, Troß, Kroaten zu Roß. Auf dem Platze vor demStadthausc war ein kleines Lager aufgeschlagen, wo sich die Theilnehmer am Zuge nach der Vollen-dung desselben, soweit es die Witterung gestattete, einige Zeit herumtummelten.

Am Sechseläutcn 1844 wurde der nämliche Festzug auf Verlangen sehr vieler Theilnehmer,

welche die malerische Trackt des siebzehnten Jahrhunderts gerne nochmals getragen hätten, wiederholt,und es erschien ein Festprogramm, das ist:Gründlicher und eigentlicher Bericht von der heut zumandern Mal figurirenden Wallensteinischen Mannschaft, deren Ordnung und Eintheilung, item derenManöveren und Praktiken bey dem Marsch durch die alte und neve Stadt; sampt einem Anhangvon dem Läger im hinderen Kratz denen Zuschaveren und Schaverinnen, bencpst einem schönenFeverwerk (wenn die Sonn scheint) und noch vill anderem mehr."

Im Jahr 1845 wurde kein Festzug gegeben, da zu dieser Zeit wegen des Freischaareneinsalles

in den Kanton Luzern zu Stadt und Land die Gemüther aufgeregt waren.

Am Sechseläutcn 1846 fand unter Theilnahme sämmtlicher Zünfte ein großartiger Fackelzug zuEhren der Stifter der schweizerischen Nordbahn, namentlich des Herrn Direktor Martin Escher , statt,vor dessen Hause beim Kronenthor zwei von einer ansehnlichen Zahl von Sängern einstudirte Liederunter Begleitung von Blechmusik gesungen wurden. Die Fortsetzung des Zuges wurde durch plötzlicheingetretenen Regen gestört.

Am Sechseläutcn 1847 fand kein Festzug statt, dagegen auf der Zunft zur Gerbe die Ein-weihung eines neuen, in Form einer Eiche angefertigten Pokals. Herr Professor Sal. Vögelin hieltdabei eine sehr ausgezeichnete Rede, und die Zunft zum Widder brachte jener Zunft einen freund-lichen Gevatterspruch dar, der später zum Besten der Brandbeschädigtcn von Weißlingen gedrucktwurde.

Das Sechseläutcn 1848, am 27. März, wurde in Anbetracht der großen Weltereignisse, diealle Gemüther beschäftigten, still gefeiert.

Am Sechseläutcn 1849, den 26 März, wurde dagegen wieder ein großartiger Festzug gefeiert,die Eilwagenreise des Prinzen Karneval durch die alte und neue Welt, worüber ein gedruckterBericht in launigem Gesprächstyl vorliegt. Da sah man die junge Garde (eine Anzahl Kadettenmit ungeheuer» improvisirten Köpfen), die alte Garde (Ranzengarde), die Nobelgarde, den PrinzKarneval auf einem Wagen, Eulenspiegel und Münchhausen, die Abtheilung Spanien : DonQuirote und Sancho Pansa, die Königin Jsabelle mit Gefolge, ein Eremit, Frankreich :carou88oI en guatro, Louis Napoleon, die Kaisergarde, die allgemein befriedigte, Cavaignac ,Lamartine, clia88eur8 ck'.41rigue, Agrcke nationale, Ledru-Rollin , Proletarier, England: Berg-schotten, die Königin mit Familie, Louis Philipp, MylordS, Dampfschiff, Brobmaschine, Italien : derVetturin, Kapuziner, schöne Frauen, Lazzaroni, Gärtner, Maler, Piseraro, Abbate, Carbonaro ,die Schweiz : der Zeitgeist (sehr launig), die Neutralität, die Sennhütte, Straßenarbeiter, Schnellläuser,