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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Im I. 1843 versammelte sich der Kantonalverein, welcher eine Abtheilung der schweizerischengemeinnützigen Gesellschaft bildet, am 13. Februar in Zürich , um die seit einigen Jahren unter-brochene gemeinnützige Thätigkeit wieder aufzunehmen. Damals zählte dieselbe 343 Mitglieder,wovon 138 dem Bezirk Zürich angehörte». In dieser Sitzung wurde der Gesellschaft ein Berichtüber die Bezirksarmenanstalt in Kappel vorgelegt. Im nämlichen Jahr versammelte sich dieselbe dortam 17. Juli. Es wurden verschiedene Fragen auS dem Fache der Volksbildung, betreffend daSGewerbSwesen, und aus dem Fache des Armenwcsens behandelt. AuS dem letzter» Rapport gehthervor, daß nach dem Ertrage der Vermögens- und Erwerbssteuer die Bezirke sich folgendermaßenreihen: Zürich mit 2 Fr. 25 Rpn. auf den Kopf, Winterthur mit 1 Fr. 27 Rpn , Horgen mit86 Rpn., Meilen mit 85 Rp., Regensberg mit 70 Rpn., Andelfingen mit 69 Rpn., Bülach mit63 Rpn., Pfäffikon mit 49 Rpn., Uster mit 47 Rpn., Affoltern mit 42 Rpn., Hinweil mit 33 Rpn?nach dem Bestände des Vermögens: Zürich mit 2329 Fr. auf den Kopf, Winterthur mit 1181 Fr.,Horgen mit 830 Fr., Meilen mit 814 Fr., Andelfingen mit 693 Fr., Regensberg mit 624 Fr.,Bülach mit 390 Fr., Wer mit 562 Fr., Pfäffikon mit 382 Fr., Hinweil mit 322 Fr., Affoltern mit 282 Fr.; nach der Zahl der im I. 1841 unterstützten Armen: Andelfingen 1 : 20, Regensberg 1 : 21, Hinweil 1 : 23, Meilen 1 : 25, Pfäffikon 1 :28, Winterthur 1 : 29, Zürich 1 : 30,Uster 1 : 34, Horgen 1 : 36.

Im I. 1844 kam die Gesellschaft am 12. Februar in Zürich, am 15. Juli in Wetzikon zu-sammen. Beide Male wurden ähnliche Gegenstände verhandelt.

Seit dieser Zeit kam die Gesellschaft bis am 3. Juni 1850 nicht mehr zusammen. Diese Ver-sammlung fand in Zürich statt.

Von den gemeinnützigen Bezirkögesellschaslen entwickelten einzig diejenigen von Affoltern, Uster und Regensberg in dem Dezennium von 1840— 1850 besondere Thätigkeit.

Die gemeinnützige Gesellschaft von Neumünster , welche im I. 1831 gestiftetwurde, gründete im Lause der Zeit eine weibliche Arbeitsschule, eine öffentliche Leihbibliothek, einezinstragende Ersparnißkasse, eine Waisenanstalt. Der Fond der Anstalt betrug 1845 2600 fl.

Gewerbsvereirre

Im Mai 1839 gründeten einige Schreinermeister und andere Handwerker aus Zürich und derUmgegend, veranlaßt durch den heftigen und gefährlichen Streit eines Meisters mit seinen Gesellen,im Schützenhaus eine HandwcrkSgesellschaft, deren Zweck vorerst dahin ging, auf dieRegulirung der Verhältnisse der Gesellen gegenüber den Meistern einzuwirken. Schon AnfangsSeptember 1839 erließ der Verein eine Petition an den Großen Rath, worin auf die Nachtheileder Glwerbsfreiheit, die Leichtigkeit der Niederlassung Fremder aufmerksam gemacht und die Bitteausgesprochen wurde um strengere Durchführung des Grundsatzes der Reciprocität und Ausschlußder Juden von der Niederlassung. Später wurde wegen des Hausirhanbels pelitionirt. Am 5. Juli1841 gab sich die Gesellschaft Statuten und nahm den Namen Gewerbsverein des BezirksZürich an. Er setzte sich als Zweck vor, in seinen Versammlungen die Interessen des GewerbS-standeS in ihrem ganzen Umfange zu besprechen und sich über allfällig nöthig werdende öffentlicheSchritte zu berathen. Es wurden jährlich zwei Generalversammlungen, der Jahresbeitrag der Mit-