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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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Platze war eine Tribüne errichtet und eine Musik spielte zuweilen. Es waren bei der Viehschauzugegen: 9 Pferde, 30 Zucktochsen, 55 Zugocksen, 77 Kühe, 60 Rinder und Kälber, 11 Eberund Mauren, 16 junge Schweine, 1 Mutterschaaf, im Ganzen 260 Stücke. Unter 70 Theilnehmerwurden an Prämien 1101 Frkn. vertheilt. Hernach fand das Festessen und die Verloosung einerAnzahl jungen Viehes statt. Die Einnahmen für daS landwirthschaftliche Fest betrugen 3t99 Frkn.14 Rpn., vie Ausgaben 2635 Frkn. Die Zahl der Mitglieder des Vereines betrug in diesemJahr 697 und 31 Ehrenmitglieder.

Im I. 1847 hielt die Sektion für Gartenbau Sitzungen in Unterstraß, Küßnacht, Thalweil,Enge, Zürich, Riesbach, Wipkingen; die Sektion für Viehzucht zu Wetzikon ; die Sektion für Wein-unb Obstbau in Unterstraß ; die landwirthschaftliche Sektion zu Regensberg; die Hauptversamm-lungen des Vereines wurden zu Zürich gehalten. Der Vorstand desselben beschloß im Februar zuLinderung der damaligen Noth mitzuwirken n) durch Vertheilung eines Druckschriftchens mit Rath-schlägen über die Bestellung der Felder, b) durch Herschaffung eines genügenden Quantums Samen-mais und unentgeltliche Vertheilung von Samen besonders empfehlenSwerther Nutzpflanzen an Arme(für 720 fl. 22 ß. Samen an 39 Gemeinden). Zu Kyburg wurde eine Aktiengesellschaft zu An-schaffung vervollkommneter und neuer landwirthschastlicher Geräthschasten gebildet. Am 10. Oktoberwurde bei Anlaß der Hauptversammlung zu Kloten ein la nd wi rt h sch a st li ch e s Fest, am 11.ein Probe- und Wettpflügen gehalten, bei dem 21 Pflüge erschienen. Die Arbeit wurde auf zweiFeldern verricktet, die mit Seilen umspannt waren. Auf einem dritten Felde wurden Häufelpflügeund Pferdehacken probirt. Die Preise für die Pflüge betrugen 816 Frkn., für das Wettpflügen718 Frkn.

Anno 1848 hielten die Sektionen ihre Sitzungen in Unterstraß, Altstätten , Enge (wo derGarten im Belvoir besichtigt wurde), Regensberg, Höngg, Regenstorf, Winterthur ; der Vereinhielt seine Hauptversammlungen in Unterstraß (womit eine kleine Blumenausstellung verbunden war)und am 1. und 2. Oktober zu Regenstorf mit Wettpflügen, Pflugproben und Ausstellung landwirth-schaftlicher Produkte. Der Vorstand petitionirte um Trockenlegung der Otelfinger Sumpfebene undFortsetzung der Glattkorrektion.

Im I. 1849 bildete sich zu Zürich eine Sektion bloß für den Gartenbau. Die verschiedenenSektionen hielten ihre Sitzungen zu Zürich, Uster, Männeborf, Herrliberg, Töß, Affoltern . DieHauptversammlungen des Vereines fanden in Thalweil und Unterstraß statt. Am 19. und 20. Aprilwar eine Blumenausstellung in der Aula. Am 8. August fand zu Weyach ein Pflugfest, am 1. Oktoberzu Unterstraß ein großes l a n b w irt h sch a ftli ches Fest statt. Auf dem Festplatze in derWiese des Herrn Guggenbühl befand sich eine Festhütte, zu der bekränzte Ehrenpforten mit Inschriftenführten, und eine Tribüne. In der Hütte waren schon am Tage vorher mannigfaltige Produkte demPublikum zur Schau ausgestellt, als: Getreideartcn, Hülsenfrüchte, Wurzelgewächse, Gemüse,Gcspinnst-, Oel- und Futterpflanzen, Handelspflanzen, überaus mannigfaltige und besondere Obst-sorten, Trauben von allen Arten und besonderer Größe, Samen von Forstbäumen, Zierpflanzen,Bienenstöcke, Schadzieger, der im Kanton gemacht worden rc. Am Feste selbst sammelte sich daSVieh in der Zeller'schen Wiese im Stampfenbach. Von dort bewegte sich etwa 9 Uhr der Zug aufden Festplatz; voran Musik, dann ein Trupp Gärtner und Gärtnerinnen, Bauern und Bauermädchenin Landestracht, dann in langem Zuge das Vieh, geführt von den Eigenthümern, und zwar