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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1840 bis 1850 / von Friedrich Vogel
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und auch die Leistungen im Gesänge zeugten von keinem bedeutenden Fortschritte mehr. Um daherneues Leben in den Verein zu bringen, wurde eine durchgreifende Revision der Vcreinsftatuten vor-genommen und sogar ein neuer Kapellmeister angestellt. Wirklich war in den nächstfolgenden Jahrenein regeres Leben und selbst auch ein erfreulicher Fortschritt in den Leistungen nicht zu verkennen.Aber die älteren Mitglieder zogen sich bald zurück; der Verein schmolz immer mehr zusammen, sodaß im I. 1839 keine zehn Mitglieder mehr sich zu den gewöhnlichen Gesangübungen einfanben,die dann auch für einige Zeit fast ganz eingestellt wurden. Zwar blieben immer noch eine Anzahljüngerer Männer treu beim Vereine und hofften auf bessere Zeiten. Da gelang es im Januar 1840,den Herrn Musikdirektor Methfessel und mit ihm eine beträchtliche Anzahl tüchtiger Kräfte für denVerein zu gewinnen. Nun blühet der Verein seit der Zeit aufs kräftigste und zeichnet sich in seinenLeistungen vor vielen Sängerereinen aus. So erhielt er im I. 1846 am eidgenössischen Sängerfestein Schaffhausen im Wettgesange den aus einer schönen Fahne bestehenden ersten Preis mit demBecker'schen Liededas Kirchlein"; im I. 1850 erhielt er wieder am eidgenössischen Sängerseste inLuzern den zweiten Preis, bestehend in einem silbernen Becher, als Ehrengabe des SängervereinsFrohsinn" in St. Gallen . Alle Jahre gibt der Verein im Winter auf dem Rathhause eine Gesang-aufführung, die jedes Mal sowohl von der Tüchtigkeit des Direktors als auch von der Kunstfertig-keit des VereinS selbst das rühmlichste Zeugniß ablegt. Der Verein erfreut sich auch allemal beidiesen Gesangaufführungen eines sehr zahlreichen Publikums. Den höchsten Kunstgenuß bereiteteder Verein dem Publikum der Stadt in den Jahren 1851 und 1852, indem er das "Soldatenleben"und dieGescllenfahrten" vortrug. Mit einer solchen Gesangaufführung ist jedes Jahr ein Sängerballverbunden. Gewöhnlich werden an diesen Festen alö Unterbrechung beim Tanze kostümirte Szenenaufgeführt, wie z. B. Jahrmarktslieder, die deutsche Flotte, das Quodlibet aus den Gesellenfahrtenmit passenden Dekorationen u. a. Unter den Vcreinsmitgliedern selbst herrscht ohne Ausnahme einegesellige Freundschaft. Die Zahl derselben beläuft sich seit dem Jahre 1840 auf etwa 60 bis 70,von denen aber nur 50 eigentlich aktive Mitglieder sind.

ES besteht seit dem Jahre 1846 unter der Direktion des Herrn Methfessel auch ein gemischterVerein, dessen Aufgabe es zuerst war, auf einen besseren Kirchengesang einzuwirken. Derselbe hatseit seinem Bestehen zwei öffentliche Gesangaufführungen veranstaltet, die mit sehr viel Beifall auf-genommen wurden.

Sängerverein des Bezirks Afsoltern.

Derselbe hat eS wie viele menschliche Einrichtungen; sie entstehen, blühen, verwelken und stehenwieder auf. Dieses Schicksal ist ihm seit 1827 etwa drei bis vier Male begegnet. In neuesterAusgabe ist er wieder auferstanden im I. 1849, in welchem er eine öffentliche Gesangaufführung inKnonau gab, Anno 1850 eine in Kappcl. Mitglieder zählt er ungefähr 200, und die Lokalvereine,aus denen er besteht, sind: Hausen, Kappel, Rifferschweil, Aeugst , Aeugsterthal, Knonau, Maschwan-den, Ottenbach, Obfelden, Affoltern, Bonstetten, Hedingen und Stallckon.

Sängerverein am Allmann.

Er wurde gestiftet im I. 1843 hauptsächlich auf Antrieb der Sänger von Wetzikon . Die Lokal-vereine, aus denen er besteht, sind nach der Reihenfolge des Eintritts folgende: 1. Wetzlkon,