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Sechszehnter Band. II. Theil.
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Man theilte die Schule wieder in eine Realschule und in eineGelchrtenschule (Gymnasium), Der Schulrath bestimmte dieEinrichtung beider Abtheilungen, Die KriegSzeit dem December 1813an und die RevolutionSjahrc von 1814 und 1815 hemmten die voll-ständige Ausführung, Die Regierung hatte den Vertrag mit Aaranden 7, Oct, 1813 ratificirt, und entrichtete von dieser Zeit a» alleversprochenen Summen, Die Einrichtung der Kantonöschnle schreibt sich«st von, 2!>. August 1817 her.

Dem Hrn, Reetor Evers gefiel die neue Einrichtung nicht; ersuchte eine andere Stelle, und fand sie bald zu Lüneburg , DieAbgeordneten der Dircetion fanden zu Hoswyl einen sehr erfahrenenLehrer der griechischen und lateinischen Sprache, Herrn FriedrichKortüm, der sich noch durch vorzügliche historische Kenntnisse empfahl.Den 22, Januar 1817 ward er von, kleinen Rathe zum Professor deralten Sprachen ernannt. Er gab sein historisches Meisterstück:Kai-ser Friederich der Erste," 1818 bei Hrn, H, R, Sauerländer in Aaranheraus, Bronncr kam, zum Lchramte der Naturgeschichte berufen,wieder aus Kasan zurück (den 17, Dee, 1817), Die Schule hattedas Glück, schon im März 1817 Hrn, Gcrlach, einen sehr geschicktenLehrer am Gvmnasium zn Göttingcn, an sich zu ziehen. Aus Berlin traf Hr , Ludwig Bischof, von Dessau , als wohlempfohlcner Lehrer derdeutschen Spräche und Literatur ein. So konnte sich die neue Anstaltgelungener Erwerbungen freuen. Allein schon im Jahre 1818 erhobensich Ätißvcrständuissc zwischen der Direction und dem KantonSschul-rathe auf einer Seite, und den Professoren Kortüm, Gerlach undBischof auf der andern, die in Kurzem zu solcher Heftigkeit stiegen,daß auf einmal schnelle Trennung erfolgte. Die Herren Kortüm undGerlach fanden sogleich Anstellung an der Universität Basel , AuchHerr Thilo, Professor der Mathematik, erhielt einen Ruf in seineVaterstadt Frankfurt am Main , Bronncr, der die Ausgaben fürnaturhistorische Hülfsmittel scheute und von Jugend auf zur Mathe-matik gebildet ward, bewarb sich um die ledige Stelle, die ihmwillig eingeräumt wurde. An seine Stelle, als Lehrer der Naturge-schichte, trat Hr , Rudolf Meier, der älteste Sohn des Fundators Ru-dolf Meier des jünger,,.

Die Gewerbsschule,

Die wackern Bürger von Aaran, größtcntheils Kaufleute, hatte«zum Besten ihrer Jugend eine gute Realschule für alle Ständeeingerichtet und ihr, weil sie für den ganzen Kanton bestimmt war,den Namen KantonSschulc gegeben, Sie trafen die Einrichtung,daß in dieser allgemeinen Bildungöanllalt Religion, Naturgeschichte,Geographie, Geschichte, die AufangSgründe der Äathematik und Physikmit Ehernie, die deutsche und französische Sprache, das Schönschreihe»und Zeichnen, als nützliche Kenntnisse jedes gebildeten Mannes, gelehrtwürden, und verbanden damit als Nebenschulen ein Commerzinstitntund eine philologische Schule; allein die Lehrer an der letzter« ver-drängten so weit möglich die andern Fächer, und die neue Schul-einrichtnng des Staates setzte am Ende die ganze Commerzienschulevöllig bei Seite. So hatte also die unigeschaffcne Kantonsschule dieGcm. v, Aargau , II, 2