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lichcn Anlagen fehlt eS den Freiburgern nicht, wohl aberan gehöriger Ausbildung und Entwickelung. Vor dem Jahre1798 waren die Primärschulen allenthalben im elendesten Zu-stände, und in der Hauptstadt sogar wurden stc blos den denKindern unbemittelter oder armer Eltern besucht, so daßSchreiben und Lesen bei dielen für eine Seltenheit cder ein«große Kunst galt. Wenn jemand auf dem Lande lesend ange.troffen wurde, so hieß es stets: „Gelobt sey Jesus Christ,Ihr seyd in der Andacht," — weil die gurcn. nicht durchihre Schuld, unwissenden Leute voraussetzten, man tonne keinanderes Werk lese», als etwa einen G n ad cn sel-atz, Him-mel s sch l ü s se l, Roseugartlein u. dgl. von Maria - Eiit»siedeln oder Augsburg . In der obern Schule zu F rei-bt! rg wurde, wie letzt noch, mehr für Priester- als für Büo-ger- und Magistrat^nbildung Bedacht genommen. Diejenigenalso, welche den Drang oder das Bedürfniß höherer Geisteö-kultur fühlten, obschon sie wenig dazu aufgemuntert wurden,mußten sie im Auslande suchen, nur nicht im fremden Kam»,schendienst, der wohl dazu geeignet war, das Aenßere feinund glatt zu poliren oder abzuschleifen; das Innere aber ließer roh und oerwildcrte oder verschlimmerte es sogar noch.Unrer der helvetischen Republik ward etwas für denBolkSunierrichk gdthan, aber sehr wenig, weil der BischofOclet stets hemmend und anmaßend eintrat. Unter derdi a ti o n s r eg i e-rn n g sogar tonnte ein Erziehnngsrath (1803)blos auf dem Papier mit gedruckt zu Stande kommen, abernie ernannt werden und in Vollziehung treten; denn der Bi-schof chiaximn? (ini-olan, ein Kapuziner und Günstling deckLandammanuS ck'.3ftrv, wollte in demselben den Vorsitz füh.reu „ und mit seine» Aroinrhe» die Mehrzahl bilden. Trag,schlaff, gleichgültig um die Zukunft, ließ man.es gehen inAbeim lieben alten Bocksbcutel bewenden, so daß es damalsnoch in manchen Dorfschaften und Weilern oft schwer hielt,nur einen Tichinspektor siirden zu können, der im Stande wa»ein Register zu halten und Gesniidhcitsscheine auszustellen.Wir sprechen hier aus mehrjähriger Erfahrung und blos Demkatholischen Theile des Kantons, da im Bezirk Murren vonje her für den Schulunterricht besser gesorgt ward — eineSchande also für die übrigen Bezirke.
Erst unter der Restauration des Patrizier?? nnvder nachhecigcn Oligarchie konnte endlich, 1816, ein E»zichnugsrath zu Stande kommen, aber nur mit vieler Müh«und nicht ohne versuchte Hindernisse ab Seite der geistlichenBehörden. Im Jahr 18l9 wurde, auf Emplehlnng des hoch-würdigen Herrn Bischofs Penni, der „wechselseitige Unkev-rick't" in allen Primärschulen eingeführt; aber' durch sein vev-änderics Einschreiten schon 1823 wieder aufgehoben und durchden „gleichzeitigen" ersetzt. ^Die Menschen, welche in derGesellschaft auf einer hadern Stufe stehen, als andere Sterb-liche, sollten steh nie von andern wie Draihpuppcn leitenund drehen lassen;. — Kraft und Crlbststandigleit ziemt demManne!
Seit dem Jahr 1836 und seinen Folgen, strebt zwar derEizrehurigsrath seinem Ziels immer naher, aber mir langsam ;