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9 (1834) Der Kanton Freiburg, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / herausgegeben von Franz Kuenlin
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reu, und sie senden mir. so diel ich will. Wie könnte ich esbesser anwenden?"

O, ehrwürdiger Pater, daS könne» Sie bleiben lassen!Ich will mein geringes Verdienst nicht durch schnöden Lohnverkleinern; der arme Knabe ist mir schon recht lieb geworden.Sieh Colin, sagte die Pachtern! zn ihrem hereinircrendenManne, welches schone Geschenk nnS der Himmel durch denPater Romnald gesandt hat!

Nun erzählten beide abwechselnd. Den Pachter freute derunderninthere Zuwachs seiner Famitte, die anS Lonisen, demschlanken, blonden, emsigen Mädchen, Pierre, dem rüsti-gen vteriahrigen Knaben, und Jean, dem Säugling be-stand. Der vierte, obschon unbekannt und noch nnbcnannk,war den gute» Lenken höchst willkommen.

Wiege und Windeln, Kissen und Decken wurden genauuntersucht; aber auch nicht die geringste Spur konnte entdecktwerden, die Kunde gab von des Kindes Namen, und ob esschon getauft worden. Nur ei» kleines, silbernes Kreuz hingan seinem Halse.

Pater Romnald dankte der Familie Salli», empfahlihr seinen Pflegling, und ging nach Nltenryf zurück. Hierberichtete er dem Äbte genau, was sich hinsichtlich des Findel-kindes zugetragen hatte. Der Gerichtsverwalter ward geru-fen und musste alles zn Protokoll nehmen; nach dem Strand-recht gehörte nun der Findling dem Kloster. Der Abt schicktesogleich einen Diener znm Pfarrer von Lcuvillciw, um ihnvon dieser Begebenheit in Kenntniß zu sehen, und ihn zu er-suchen, den Knaben Nachmittags zn kaufen.

Nach der Tafel ging Romnald wieder in den Meierhof,und berichtete, waS der gnädige Herr beschlossen, allinSDruder, der Joseph hieß, muhte Pathc Louise, Parkn,seyn. Man trug daS Kind nach Lcuvülcn!, in die Kirche.Romnald kehrte znr Vesper in daS Kloster zurück. Nachderselben wurden die Tanfzengen, die Wehemutter, der Dorf-pfarrer, der nach Alienryf gekommen war, nebst einigenBittern in der Abtei bewirthet.

Frau Salli» hielt ihr Verspreche» redlich. Der kleineJoseph wuchs schlank heran. Pater Romnald unterrichteteihn. Des Sonntags schlenderte sein Zögling meistens nach denRuinen der zerfallenen Schlösser Arcunciel und Hirn?, oderin die nabc, dunkele Waldung; denn er liebte die Einsamkeit.Eine gewisse Blasse in seinem Gesichte gab seiner natürlichenSchwermnth einen eigenen Reiz. Oft betete er am steinernenGrabe Wilhelms, des Freiherr» von Glanc, der dasKloster im Jahr UZ7 gestiftet harte. Jedermann liebte denfrommen, stille», arbeitsamen Knaben. Einfach und ruhig stoßsein Leben dahin.

Wie er grösser geworden, wurde er im Kloster als Küchen-junge angestellt. In müßigen Stunden seyre er bei Paccr