Buch 
Anton Maria Kobolts ... baierisches Gelehrten-Lexikon : worinn alle Gelehrte Baierns und der obern Pfalz, ohne Unterschied der Stände und Religion, welche bis auf das XVIII. Jahrhundert und zwar bis zum Ausgange des Jahrs 1724 daselbst gelebt und geschrieben haben, mit ihren sowohl gedruckten als noch ungedruckten Schriften nach alphabetischer Ordnung beschrieben und enthalten sind / Anton Maria Kobolt
Entstehung
Seite
62
JPEG-Download
 

6z

A v e.

kam aber mit einer gefährlichen Krankheit überfallenzu Regensburg an, wo ihn Andreas Brims einBürger obschon unbekannt in sein Haus aufnahm,uns den ganzen Winter über behielt, und verpsteg-te: dann gieng er nach Abendbberg, und verweilteda biS 1506., in welchem Jahre er das zweytemalnach Wien reisere, und daselbst die Vorlesungen derberühmtesten Gelehrten, Lonrad (telres, Jo-hann Gtabms, Johann Luspinianus- X)c«locian pinders, und Joachim Vadianus hör-te , auch sie zu vertrauten Freunden gewann. Vondorr gieng er izs-^nach Krakau ins Pohlen, lehr-te allda öffentlich die griechische Sprache, und ver-legte sich zugleich auf die Mathematik. 1509. ver-fügte er sich wiederum in sein Vaterland, und nachJngolstadt, wo über die Bücher des Cicero Vorle-sungen hielt: bald darauf nämlich 1512. wurde erwegen seinen damals schon erlangten großen Ruhmder Gelehrsamkeit vom Herzoge Wilhelm dem Vier-ten nach München berufen, und ihm die Erziehungder jüngern zween Brüder Herzog Ernests, undLudwigs anvertrauet, der Unterricytungsort wurdeihm zu Burghausen angewiesen. Er begleitete dar-auf den Prinz Ernest nach Italien, und machte aufdieser, wie auf andern seinen Reisen schöne Samm-lungen , welche er nachgehends in seine Schrifteneingetragen. Nach seiner Zurücklunfr aus Italiennahm er sich vor die bajerische Geschicht zu beschrei-ben, die Fürsten billigten auch sein Vorhaben, undversahen ihn mit herzoglichen Befehlen, daß manihm einen freyen Zutritt in allen Kanzleyen, Archi-ven, und Klöstern gestatten, auch was er verlangte,mittheilen sollte. Er fieng selbe 1519. an, und gabwirklich 1522. einen kurzen Auszug zu Nürnbergheraus, um der Gelehrten Gedanken hierüber zu er-fahren,