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Gottlieb Wilhelm Rabeners Briefe ... / Gottlieb Wilhelm Rabener ; herausgegeben von C. F. Weisse
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XXXIX
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deben und Schriften. XXXIX

kebensart, jedes Charakters, jeder herrſchen.den Leidenſchaft genau zu treffen, dieſe eigen-thuͤmliche Gabe des dichteriſchen Genies hat ernirgends in einem ſo hohen Grade gezeiget.Er laßt Leute von allen Staͤnden ſprechen, undalle reden ihre eigne Sprache. Das Bildniß iſt allemal getreu, und die Zuͤge, die erwaͤhlt, ſind allgemein kenntliche Zuͤge, diejedermann in Originalen bemerkt hat, die abernur Er ſo zuſammen zu finden, ſo ins Lichtzu ſtellen wußte. Dieſe Schilderungen hatteer nicht bloß aus ſeinem Kopfe entworfen.Er hatte wirklich die Menſchen geſehen, ſieaufmerkſam, als ein philoſophiſcher Beobach-ter, geſehen. Sein Amt und ſeine laͤndlichenReiſen ſelbſt hatten ihn unter mancherley Klaſſen von Menſchen gefuͤhret, und ihn die Sitten und den Ausdruck verſchiedener Staͤnde undCharaktere kennen gelehrt. Wer einmal dieſesgeiſtige Auge hat, kann an jedem Orte undan jedem Menſchen lernen. Swift giengin Wirthshaͤuſer, den gemeinen Mann zu ſtu-diren. In der That muß man erſt den Men-ſchen kennen, wenn man ihn kopieren will, und

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