VORWORT.
Das .Buch, dessen erster Band liicmit ins Lehen tritt, bedarf keiner aus-führlichen Bevonvortung. Die Aufgabe ist in den Worten des Titels ausge-sprochen. Anordnung’, Gliederung, Behandlung des Stoffes waren durch dasWesen des lefzteren bedingt; ob seinen Gesetzen genügt ist, mag sieh ausder Arbeit selbst ergeben.
Von dom weiteren und freieren Ausbau der historischen Wissenschaft,den wir den Forschungen der jüngeren Zeit verdanken, habe ich für meineArbeit den entsprechenden Gewinn zu ziehen gesucht. Jene Forschungenhaben die Völker der Erde mehr, als es bisher der’Fall war, aus ihrer auto -chthonischen Vereinzelung heraustreten, die Wechselvcrhältnisse in den Ent-wickelungen der Cultur unserni Auge näher treten lassen. Die baugescliicht-licho Kritik bietet vielleicht manche Züge zur Vervollständigung diesesGemäldes dar.
Doch war das Archäologische als solches nicht der Zweck meiner Arbeit,ebensowenig wie die Erörterung des ausschliesslich Technischen. Meine Auf-gabe begrenzte sich auf die Darstellung des Künstlerischen in der Archi-tektur und ihrem historischen Entwicklungsgänge. Auf jene beiden Elementemusste insoweit allerdings Bezug genommen werden, als es zur Erkenntnissder künstlerischen Erscheinung nöthig war; eine erschöpfende Behandlungbeider gehört selbständigen Diseiplinen an.
Die Geschichte der Baukunst begreift einen wichtigen Tlicil der allgemei-nen Culturgeschichte; sie enthält nicht minder das Material für einen wich-tigen Theil der allgemeinen Kunstlehre. Sie giebt eine Geschichte des Ursprunges,der Entwickelung, der Aus- und Umbildung der architektonischen Formen undGestaltungen. Für den Begriff der letzteren habe ich je nach den einzelnenSystemen das nach meiner Ansicht Erforderliche beigebracht. Eine umfas-sende Darlegung der ästhetischen Frincipien, welche in dem architektonischen