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I. Das alte Aegypten.
und ansehnliche Anlagen in seiner Nähe fügten di( späterenKönige der löten Dynastie hinzu. Hervorzuheben ist ;in zweitesgrosses Pylonenpaar vor jenen, von Tuthmes I. erbauten Seiten-pylonen auf der südwestlichen Seite und, ausser andern Neben-bauten, die freilich geringen Keste eines Tempels, 1 cer in der-selben Richtung gelegen war und zu dem hin der durch diesePylonen gehende Weg führte. Die hinteren Gemächer diesesTempels haben Säulen, welche wiederum nach griecliischMorischer
Art kanellirt und mit Vier, dieFolge der Kanellirungejn unter-brechenden Flachstreifen versehenZugleich aber hat sich bei
Kapital von Theben.
sind.
diesen Säulen eine Kapitälbildungvorgefunden, welche das vorbild-liche Yerhältniss zu der grie-chisch-dorischen Form in höchstmerkwürdiger, noch entschiedne-rer Weise festzustellen scheint.Unter der Viereckplatte des Aba-kus befindet sich nemlich eineRundplatte (ein wenig stärker alsjene), die, an ihrer unteren Kante abgerundet und beträchtlichüber den Säulenschaft vorspringend, schon nicht undeutlich demwichtigsten Gliede des dorischen Kapitales, dem Echinus, ent-spricht; und unter dieser bildet der obere Tlieil des Säulenschaf-tes einen gegliederten Hals, indem die Bänder, welche sonst amObertheil des Schaftes der ägyptischen Lotossäule erscheinen, hierauch auf diese Säulengat’tung übergetragen sind. 2 Es ist mitdiesen Elementen eine organisch-ästhetische Ausbildung der Säuleangebahnt, der, unter andern Verhältnissen, die edelste Entwicke-lung gegeben werden sollte.
Den Anlagen, welche in der in Rede stehenden Epoche zuKarnak ausgeführt wurden, scheint der kolossale, 99 Fuss hohe(und ursprünglich noch höhere) Obelisk entnommen zu sein, dergegenwärtig zu Rom vor dem Lateran steht. — (Die vordere Hälfte
Ö D O . s
der Anlagen von Karnak ist später.)
Das älteste Heiligtliunr im westlichen Tlieile Thebens scheintein südwärts, bei Medinet liabu, belegener Tempel von nichtbedeutenden Dimensionen,zu sein, dessen Sanctuarium von vier-eckigen Pfeilern umgeben ist, wobei zur Unterstützung der Deckeeinige polvgone Säulen, in nicht ganz regelmässiger Stellung,mit verwandt sind. Es finden sich daran die Namen der dreiersten Tuthmosen; 4 doch sind mit dem Bau in späterer Zeit
1 Lcpsius, Denkmäler, Abth. 1, T. 83. - : E. Falkener, im Museum of clas-
sical antiquities, 1851, I, p. §7, ff. — 3 I.epsius, Denkmäler, Abth. I, T. 92.Descr. de l’Eg. A. II, pl. -1. — 1 Champollion, lettres, p. 331.