Einleitung.
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macht sich in diesen, auch in andern Einzelfiguren, die an eineroder der andern Stelle als eine dekorative Zuthat eingelügt wer-den , ein satv risches Element geltend, gegen Judenwesen undauch gegen Pfaffenthum gerichtet, nicht ganz selten wiederumvon allerplumpster Art. . .
Es ist schliesslich hinzuzufügen, dass das System des gotlii-schen Aussenbaues, in der durchgängigen, sowohl durch dieKonstruktion als durch die Dekoration herbeigeführten Zerstücke-lung seiner Theile, vielfache materielle Uebelstände zur 1’ olgehaben musste, zumal in den nordischen Klimaten und unter denherberen und wechselvolleren Angriffen ihrer Witterung. Einganz gediegenes Baumaterial und eine völlig solide Technik undBauführung setzten der Wirkung dieser Angriffe allerdings einferneres Ziel; aber die ausserordentliche Complikation des Welkesgab nur zu leicht zu diesem oder jenem zufälligen Mangel An-lass, und jeder Mangel musste sich sofort, weil er stets in Be-ziehung zum Ganzen stand, empfindlich rächen. Das Bewusst-sein der Undauerbarkeit, das sich von vornherein schon demnaiven Auge des Betrachtenden einprägte, führte daher auchziemlich durchgängig zu Veranstaltungen , welche zur stetenUebcrwachung des baulichen Werkes und zur möglichst schleu-nigen Beseitigung eingetretener Schäden bestimmt waren. Injüngeren Zeiten waren diese Veranstaltungen grossen Tlieils auf-gelöst worden; die daraus hervorgegangenen verderblichen Folgenbezeugen jedenfalls den in den Systemen selbst liegenden Mangelmaterieller Zweckmässigkeit und hiemit wiederum das Einseitigeseiner ursprünglichen geistigen Conception,
Es sind, wie bemerkt, innerlich widersprechende Elemente,welche das gotliische Werk, den Ausdruck und das Sinnbildeines begeisterungsvollen Zeitdranges, in sich vereinigte und derenWiderspruch sich, je gewaltsamer sie zu dieser Vereinigung heran-gezogen wurden, um so entscheidender und folgenreicher kundgeben musste.
Das System, in der mystischen Emporgipfelung seiner Räumen Se w ei ’i baul,chen Theile, bedurfte künstlicher Hebel, umc e likung zu ermöglichen. Hiedurch war die künstlerischethe'f^ 1 6 S< T° n * bren allgemeinsten Grundzügen eine zwei-id ? cbon von vornherein nach dem Maasse einer einseitig
ea istischen und einer einseitig statischen Berechnung gespalten,ei er Ausführung des Baues machte sich diese Spaltung ine s wiederholter Wechselfolge geltend, in der Nothwendigkeit, , n . a . ass i ger Berücksichtigung der Gegensätze, unablässiger Be-ja igung des scharfsinnigsten, so vielfach gegliederten Calcüls,vie das Werk selbst gegliedert war. Ein trocken Verstandes-