Uie spanische Halbinsel.
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Weise in den Renaissancegeschmack übergeht; der letztere zu-gleich durch reiclulekorirte IIorizontalgesim.se, durch mehr rundeals spitze Bogenformen , durch rundbogiges Maasswerk in denFenstern vorgebildet. Ferner: die Kirche des NonnenklostersS. Juan de la Penitencia, 1 ebenfalls zu Toledo (1511),einschiffig, mit zierlicher Ilolztäfeldecke und mit Elementen desmoresken Geschmackes; die Stiftskirche von Talavera; die desKlosters la Mejarada, unfern von dort, (1409); S. Justo yPastor (bis 1509) zu Alcala de Henares ; S. Francisco zuTorrelaguna , nordwestl. von Guadalajara (seit 1512); u. s. w.— Endlich die Klöster Santiago und S. Francisco in Granada und die Karthause von Xerez de la Frontera , unfern vonCadiz .
Die grossen Kathedralen, deren Bau seit dem 13. Jahrhun-dert im Werke war, besitzen namhafte Theile, welche der Schluss-epoche des Styles angehören. Es sind Aussenbauten. für diemehr oder weniger durchgeführte Vollendung ihrer Fahnden,Herstellungen beschädigter Einzeltheile, Prachtkapellen, die demIlauptkörper des Gebäudes hinzugefügt wurden. Die dekorativenRichtungen der Spätzeit, in ihren verschiedenen Weisen, kommenhiebei zur vorzüglich glanzvollen Erscheinung.
Zunächst ist die Kathedrale von Burgos a zu besprechen.Ihre Westseite bildet die prachtvollste gotliische Faijade, welcheSpanien besitzt, mit zwei in der Hauptsache gleichen, bis zumGipfel vollendeten Thürmen. Der Anlage, der in neuerer Zeit er-lolgten Dekorationen des Unterbaues ist schon (S. 513 u.f.) gedacht.Der Oberbau entfaltet sich in schmuckreicher Pracht. Das Gie-belgeschoss des Mittelbaues füllen zwei grosse Spitzbogenfenster,die mit reichstem Maasswerk ausgesetzt sind; über ihnen bildeteine zierliche Gallerie einen horizontalen Abschluss. Die Thiirmesteigen in viereckigen Geschossen empor und sind (ohne vermitteln-des achteckiges Geschoss, wie in der deutschen Gothik,) mit hohen,völlig aus durchbrochenem Maasswerk eonstruirten achteckigenHelmen gekrönt. Als Meister der jüngeren Theile des Fatpoden-baues wird ein Deutscher, Johann von Köln, seit 1442, genannt;er scheint jedoch nur gewisse allgemeinere Erinnerungen des inder Bauhütte seiner Vaterstadt gepflegten Styles bewahrt und sichschon geraume Zeit vor Ausführung des Baues von Burgos inder Fremde umgetrieben zu haben. Der Detailbehandlung zumalfehlt das feinere Verständniss der in der rheinischen (wie auchin der nordfranzösischen) Bauschule üblichen Formen, — jenes
1 ViUa-Aniil, I, H v . 8, pl. 2. - * Vergl. Villa-Amil, I, liv. 7, pl. 2; 10, 2;
2, 4; 4, 2; 6, 2: 8, 4. Cliapuy, moy. age nion., 223. Ile Laborde, a. a. O.,11, II, pl. 10, f. Wai-ing, ai'eliitectm'al etc. studies in Burgos . Denkmäler derKunst, T. (,-p 4)w