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4 (1867) Geschichte der neueren Baukunst / von Jacob Burckhardt und Wilhelm Lübke
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I. Buch. Renaissance in Italien . B. Iiecoration.

stör. MI. II. p. 714, ad a 1498; die Staatsbarken, Comines VII, 15),war der Luxus wohl am gleichartigsten ausgebildet und ammeisten über die verschiedenen (.'lassen verbreitet. Schon Sabel-lico (§. 42) sagt um 1490: »nulla ferme est recens domus quaenon aurata habeat cubicula.« (Fol. 90.) Zur Zeit desFrancesco Sansovino um 1580 1 war der Bestand folgender:Zahllose Gebäude hatten sowohl in den Zimmern als in denübrigen Räumen Holzdecken mit Vergoldung und mit gemaltenDarstellungen; fast überall waren die Wände bezogen mit ge-wirkten Teppichen, mit Seidenzeug, mit vergoldetem Leder, mitreicher Holzbekleidung . . In den Wohnzimmern zierliche Bett-stellen und Truhen mit Vergoldung und Bemalung, zumal mitvergoldeten Simsen . . Die Buffets mit Geschirren ohne Zahl von

Silber, Porzellan, Zinn und Erz mit eingelegter Arbeit . . In

den Sälen der Grossen die Waffengestelle mit den Schilden undFahnen derjenigen Vorfahren, welche zu Land oder zu Meer

befehligt haben . . . Aehnliches gilt im Verhältniss von den

mittlern und untern Gassen . . . auch bei den Geringsten Truhenund Bettstellen von Nussbaumholz, grüne Bezüge, Bodenteppiche,Zinn- und Kupfergeschirr, goldene Halskettchen, silberne Gabelnund Ringe.

Anderswo kam dasselbe, nur mehr vereinzelt, vor. BandelloPartei, Nov. 3 die Schilderung eines Schlafzimmers: Das Bettemit vier Baumwollematratzen, die mit feinen, seide- und gold-gestickten Leintüchern bedeckt sind; die Decke von Carmesin-atlas. mit Goldfäden gestickt und mit Fransen umgeben, die ausGoldfäden und Cannesinseide gemischt sind; vier prächtig gear-beitete Kissen; ringsum Vorhänge aus Flor (tocca) von Goldund Carmesin gestreift (hier die Lesart zweifelhaft); an denWänden statt gewirkter Teppiche lauter Cannesinsammet mitherrlichen Stickereien; in der Mitte ein Tisch mit alexandrini-schem Seidenteppich; rings an den Wänden acht reich geschnitzteTruhen, und viele Stühle mit Carmesinsammet, einige Gemäldevon berühmter Hand etc.

Parte III. Nov. 42. die Wohnung, welche ein reicher Herrder berühmten römischen Buhlerin Imperia herrichten liess: u.a. eine Sala. eine Camera und ein Camerino mit lauter Sammetund Brocat und den feinsten Bodenteppichen; im Camerino. wosie nur die vornehmsten Leute empfing, waren die Wände mitlauter Goldstoff' (fagonnirtem oder gesticktem) bezogen; auf einerkunstreichen Etagere (Cornice) mit Vergoldung und Ultramarinbefanden sich herrliche Gefässe aus Alabaster, Porphyr. Serpen-tin und vielen andern kostbaren Stoffen. Ringsum standen vielereichgeschnitzte Truhen (eoffani e forzieri). sämmtlich von hohem

1 Venezia, fol. 142.

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