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läge und reicher Ausschmückung mit den Hotels der vornehmen'Herren wetteifert. In der Eintheilung der Räume zeigten dieseGebäude in verjüngtem Maasstab alle jene Eigenheiten, welcheden Baronen der Eeudalzeit von ihren Schlössern her lieb undvertraut geworden waren: einfach verbundene Räume verschiedenerArt, einen grösseren Saal, oft galerieartig ausgedehnt, vor allemzahlreiche Verbindungen, hauptsächlich in vorspringenden Thür-men durch Wendeltreppen vermittelt. Auch eine Ilauskapelle-pflegte diesen herrschaftlichen 'Wohnsitzen nicht zu fehlen.
Diese Grundzüge der Anlage bleiben auch während der ZeitFranz I in Kraft. Sie waren offenbar viel zu innig mit demLeben und den Gewohnheiten der Nation verwachsen, um leichtaufgegeben zu werden. Die einzige durchgreifende Umgestaltungvollzog sich auf dem Gebiet der Decoration, die allmählich sich;von den mittelalterlichen Ueberlieferungen löste und die Formender Renaissance, ähnlich wie beim Schlossbau und oft in überauszierlicher Behandlung, aufnahm. Nur die Hofanlagen werdenmanchmal durchgreifender umgestaltet und erhalten durch einausgebildetes System von Arkaden auf Pfeilern oder Säulen einhöheres monumentales Gepräge und ein neues Motiv für diewohnliche Verbindung der Räume.
Aus dem Hotel wächst in nothwendiger Consequenz dasPalais hervor, das die Elemente jener Gebäude, nur in ge-steigerter Anlage, weiter bildet. Es erhebt sich in ähnlicherWeise über die Anlage des Hotels, wie sein Besitzer sich überdie gesellschaftliche und politische Stellung jener aristokratischenClasse erhebt. Das Palais ist nach französischem Begriff' inerster Linie die Wohnung des Souverains. Man spricht dabei'vom Palais des Louvre, der Tuilerieen. Aber auch die Häusserjener hohen Würdenträger des Staats oder der Kirche, welche inihrem Kreise die Rechte der Souverainetät ausübten, werden als.Palais bezeichnet. Dahin gehören namentlich die bischöflichenoder erzbischöflichen Residenzen. Wie schon bemerkt weichendieselben im 'Wesentlichen von der Anlage der Hotels nicht ab.nur dass sie dieselbe, den Fedürfnissen eines grösseren HofhalUentsprechend, umfangreicher anlegen und grossartiger entwickeln.Ein Punkt jedoch muss besonders als charakteristisch hervor-gehoben werden: die Anlage eines grossen, auf eine bedeutendere-Menge berechneten Saales, der zu feierlichen Handlungen ver-schiedener Art gebraucht wurde, und in welchem sich der Begriffder Souveränetät gleichsam verkörperte. Dieser Saal hatte dannbald auch die geräumigere Anlage der zugehörigen Räumlich-keiten, Nebenzimmer, Vorsäle, Vestibüls zur Folge; besondersaber führte er bald zur grossartigeren Ausbildung des Treppen-hauses, das als »Escalier d'honneur« seine selbständige Bedeutungerhielt. Die Renaissance fand im Verlauf ihrer Entwicklung vor-