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Zweiter Band.
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X. Die moderne Kunst bis znr Zeit Ludwig's XlV. (Italien .)

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Gebiete, wie Naphael, noch so große und erhabene auf mehreren, wie Michel Angel», hinterlassen hat.Mit letzterem slimmkc er darin nbercin, daß der Maler vor Allem dein Studium der Natur, also der Ana-tomie sich tnngebcn müßte; Beide wurden tiefsinnige Kenner des Mcnschcnkörpcrs. Schon 1482 wurdeer auf längere Zeit seinem Vaterlande entzogen; auf die Einladung Lodovico Moro's, wendete er sichnach Mailand , wo er an dem Hofe des Pracht- und kuustlicbcndcn Fürsten und in dem Kreise gleichgestimmter Seelen von Kunstgenosscn seiner Kraft einen schönen Spielraum vergönnt sah. Das Wunder-gleiche Werk, das er damals schuf, ist das allbekannte „Abendmahl," ein Wandgemälde in Oclsarben,welches, im M efectorium zu S. Maria dcllc Grazie nur mit der genauesten Noth bisher erhal-ten, seinen Ruhm verewigt hat. Die Ereignisse des Jahres 1499 hakten auch seine Flucht zur Folge,worauf seine Heimath der Schauplatz seiner Thätigkeit wurde. Haupterzcugnissc derselbe» waren zweiCartonS: „die heil. Jungfrau mit ihrer Mutter uud ihrem K inde" und „das Reiter -gefc ch t." Der erstere befindet sich nebst manchem anderen Köstlichen von seiner Hand, das England ansich brachte, in London ; der andere, der verschwunden ist, machte großes Aufsehe», obgleich gegenübereinem Michel Angelo der Name: „Vinci" zur Wahrheit wurde, da dieser den Preis davon trug.1516 ging Leonardo nach Frankreich aus den inständigen Wunsch des KönigS Franz I. , der für ihn begei-stert war; schon nach drei Jahren (2. Mai 1519) starb er zu St. Cloud in den Arme» seines könig-lichen Freundes und Gönners*). Leonardo'S Werke, deren Zahl nicht übergroß ist, zeichnen sich auSdurch echte, reine Forrncnschönheit, naturwahre, treue, milde Behandlung des Fleisches und der Farbe,klaren Ausdruck der Figuren und warme, tiefe Beseelung der Charaktere und Scenen; nächst den beidengroßen römischen Malern wird keiner in dem Maße geschätzt uud gepriesen, wie Leonardo, welchen manmit Recht als den Begründer der neueren loin bardischen, besonders der Mailänder Schule be-trachtet. Abgesehen von seinen unmittelbaren Schülern, unter denen Bernardino Lovino am höchstensteht, mögen auch spätere lombardische Meister, wie Gaudcnzi v Fcrra ri (1484—1549), Fran-cesco Mazzuoli Parinesano (1503—1540), Mi ch e l A n g e l o A m cri g h i da Caravaggio(1569—1609), Pietro Francesco Cittadini u. a., ihre Verwandtschaft mit ihn, weder innerlich,noch äußerlich verleugnen. Nur einer steht in ihrem Kreise, wie ein strahlendes Gestirn erster Größe, alseine der bedeutungsvollste», gehaltreichsten und tiefsinnigsten Erscheinungen aller Zeiten, der liebenswürdigeAntonio Allegri (Corrcggio) aus Corrcggio bei Modcna (1494—1534). Indem dieser nämlichbei seinen umfangreicheren Arbeiten Alles, was er zur Darstellung bringen wollte, in einem höhere» Sinneund mit innigerem, zarterem Gefühle von der idealen Seite auffaßte, goß er über die Gegenstände ein Lichtüberirdischer Verklärung auS, welches man gewöhnlich nur als ein künstliches, manchmal als ein kunst-volles anzusehen hat, welches aber in uns Empfindungen und Ideen hervorruft, wie nur je ein scbwung-reicher Hymnus; mag es immerhin ein einseitiger Standpunkt sein, auf dem er für sein berühmtes Hell-dunkel, für die Verthcilung des Lichtes einen Urlprung, welcher der Natur der leuchtenden und beleuchtetenKörper öfters entschieden widerspricht, voraussehen läßt, so sind doch die dadurch erzeugten Widersprüchekeineswegs stärker, als manche, die der Dichter in seiner Begeisterung übdrsicht, ohne damit etwas Anderes,als Bewunderung seiner Kühnheit, zu erwecken. Seine Gemälde sind theils Fresken der erhabensten

Dies ist eine Mittheilung Vasari's . Indeß »ach neueren Untersuchungen soll Franz eben damals gerade nicht zuSt. Cloud gewesen sein. Uns fehle» die Mittel, darüber zu entscheiden.