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gefallen fanden. Hierin haben wir den Ursprung der hochberühinten niederländischen, insbesondereder flandrischen Maler schule zn suchen, als deren Haupt uns eine ungcmcin liebenswürdige Familieerscheint, durch welche die Kunst auf die ersprießlichste Weise gehoben worden ist. Geboren um 1366 zu
* Maaseyck, einem Städtchen in der Gegend von Maestricht, siedelte der Maler Hubrecht oder Hubertvan Eyck, wohl höchstens 40 Jahr alt, angezogen durch den strahlenden Glanz Brügge's , mit seinerSchwester Margarete und seinem Bruder Jan, denen er Vaterpflichten erfüllte, nach jener flandrischenStadt über, weil nach Karcl van Mander'S Ausdrucke die Kunst gern beim Reichthume ist. Beide Brüder,
.welche, voll tiefer Frömmigkeit und warmen Eifers, sich in ihrer Kunst möglichst auszubilden strebten,waren nachher „bei Philipp sehr lieb und werth und in großen Ehren;" und ihre Schwester entsagte denFreuden der Ehe lediglich aus Liebe zur Kunst. In den zwanziger Jahren wendeten sie sich von Brügge »ach Gent , wo Hubert eine schöne Aufgabe zu lösen hatte, aber über derselben am 18. Septbr. 1426von, Tode überrascht wurde. Wie im Herbste 1428 Herzog Philipp eine glänzende Gesandtschaft nachLissabon abschickte, die zum Behuf seiner dritten Vermählung um die Hand der Jnfantin Elisabeth,der Tochter Joäo's l., werben sollte, war derselben „Jchan dc Eyck" als „ein ausgezeichneter Meister in der
* Malcrkunst" beigegeben , um das Bildniß der Prinzessin Braut dem Herzoge vorauszuscnden, worauf dieGesellschaft sammt Elisabeth zu Weihnachten 1429 in Flandern eintraf. Seit 1432 scheint des großenMalers Aufenthaltsort wieder Brügge gewesen zu sein, wo er nach I. D. Passavant's*) gründlicherUntersuchung und ganz bestimmter Erklärung im I. 1443, wahrscheinlich im Juli gestorben ist, und zwarin einem Alter von kaum 60 Jahren, nachdem ^Margarete schon mindestens siebzehn Jahr früher ihm imTode vorausgegangen war. Bestattet zu St. Donat, wurde er Jahrhunderte hindurch in nicht geringerenEhren gehalten, als später in Italien Naphael, den man kaum viel tiefer stellte, als einen Heiligen. Ver-muthlich erst nach dem Regierungsantritte des Königs Alfonso, nach Manchen aber bereits zur Zeit Rcnv's,verließ Antonello von Messina, noch nickt dreißig Jahr alt, sein Vaterland und wurde der Schülerdes weit und breit berülnnten flandrischen Malers, bei welchem er blieb bis zu dessen Tode. Nicht durchein Wunder, wie man ehedem wähnte, sondern gemäß nachweisbaren Vorbedingungen und einer ganznatürlichen Entwickelung der Kunst gelangte die an Reinheit, Keuschheit, Frömmigkeit, Seelenadcl undLiebenswürdigkeit nur einem Raphael vergleichbare, schwärmerisch verehrte Familie van Eyck dahin, daßsie in viel höherem Sinne, als irgend ein italienischer Zeitgenosse, Epoche machte und sich die herrlichstenVerdienste erwarb. Vor Allem war es ihr Grundsatz, ganz nach ihrem freien Sinne, nach ihrer edlenBegeisterung, wie cS dem gediegenen Charakter des flandrischen Volkes zusagte, Gott, der Religion undder Kirche zu leben, ohne irgend welche Einmischung in die Kunst als solche von einer äußeren Machtzu dulden; dies bedarf nach dem gegenwärtigen Standpunkte der schwierigen Forschungen über sie nunkeines Beweises mehr. Sodann betrachtete sie, gänzlich von der klassischen Antike verlassen, um die sie sichnicht kümmerte, noch sich kümmern konnte, als Vorgänger die Kleinmaler, als Vorbilder außer deren zahl-reichen Werken die kirchlichen Sculpturen, vorzüglich diejenige» zu Doornick (Tournay ), llbrigcns als ihreLehrerin allein die Natur, ohne schon daran zu denken, dieselbe wissenschaftlich mittelst der Anatomie zustudiren; eS ist dargcthan, daß wegen solcher.Vorbereitungen Hubert mit seinen Geschwistern Anfangsbald hier, bald dort sich aufhielt. So wurde ihre Kunst ein ausgesprochener Naturalismus, ein
*) Kunstreise durch England und Belgien. Frankfurt d833. S. 36!» sig.
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