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Zweiter Band.
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ei. Die moderne Kunst bis znr Zeit Lndwig's XIV. (Außerhalb Italiens.)

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und zu Werden in der Jobauuiskirche (1188), so wie Taufbecken von Heinrich Grawere uns Braunsehweigzu Lenzen in der Katharinenkirche (1483) und von LorenzGroven in derJohanniskirchc zu Werben (1489)geben den Beweis, das; man kaum minder gut, als er, auch im nördlichen Deutschland auf sein Gewerbesich verstanden habe. Nach seinem Tode (1 1487) übernahm sein Sohn Peter, seit 1489 als Noth-schmied und Bildgießer Meister, die Wcrkstättc, in der er erst seine künstlerische Bildung empfangen hatteund nun viel höhere Ziele erreichen sollte. Auf die väterliche Ueberlieferung freilich mochte Peter Bischersich nicht beschränken, sondern benütztc jede i» Nürnberg nur immer sich darbietende Gelegenheit, seinenFormen- und Gcstaltungösinn zu vervollkommnen. So lange Kraft lebte, übte dieser ohne Zweifel aufihn als den jüngeren Mann einen bedeutenden (Einfluß aus; sie beide sammt einem dritten Kunstgenossen,Sebastian Lindeuasl, pflegten als vertraute Freunde regelmäßig an Feiertagen zusammenzukommen, um sichmit förderlichen Uebungen zu unterhalten. Es ist aber zu zweifeln, daß der Verkehr mit Kraft, der eine, wennnicht geistlose, so doch gewiß nicht von der höchsten Begeisterung getragene, bald zu nüchterne, bald wiederüberschlägliche Verständigkeit in seinen Werken kund gegeben hat, von wohlthätiger und ersprießlicherWirkung für Bischer gewesen sei; gewiß, daß in dessen Leistungen zwei Perioden sich unterscheiden lassen,indem die frühere, während deren er eine Geistesverwandtschaft mit Kraft verräth, mit dem Jahre 1506abschließt und daraus ein stufenweste sich steigernder Aufschwung zum Höchsten und Ausgezeichnetsten be-merkt wird. Aus seiner ersten Periode sind vorhanden a) das Grabmal Dtto'S IV. von Henneberg in derStiftskirche zu Römhild *) (1487—1490), 1>) die Grabplatte des Bischofs Heinrich III. Groß vonTrockau (1 1501) im Dome zu Bamberg (1493), c) die Grabplatte des Bischofs Johann von Bres-lau im dortigen Dome (1496), <i) das umsangsrcichere, bedeutendere und anziehendere Grabdenkmal desErzbischosS Ernst, jüngsten Sohnes vorn Kurfürsten Ernst (st 1513), mit seiner ruhenden Figur, denStaudsäule» des heil. Moritz am Haupte und des heil, Stephan zu den Füßen und endlich mit den Apo-stelbildern an den Seiten im Dome zu Magdeburg (1495), o) die Grabplatte des Bischofs Georg II. im Dome zu Bamberg , deren Echtheit mit Ausnahme des zweiten Denkmales von Niemandem in Zwei-fel gezogen werden dürfte. In allen die,en Schöpfungen waltete mehr oder weniger, wenn nicht der Geist,so doch der Styl Kraft'S vor, der dem Momente des Lebens und der Bewegung im Faltenwürfe, so wie inden Muskeln eine unnatürlich scharf, eckige Formenausprägung als ein Hemmnis; entgegenstellte; in derFolge gewannen Vftcher's Arbeiten sowohl an Rundung, als auch an Anmuth. I» der Reihe seiner voll-endeten, wahrhaft schönen, ja, bewundernswürdigen Werke steht voran das „SebaldSgrab." zu St.Scbald in Nürnbergs ), ein von acht Pfeilern getragener 15Fuß hoherTabernakclbau, auf einem mitReliefs und andere» Sculpturen beinahe überladenen Fußgestelle sammt den zwölf Apostel» und zwölf Kir-chenvätern an den Pfeilern; z» Stande gebracht wurde dies großartige, Prächtige Werk unter Verwendungvon 120 Cenlnern Erz von 1506 bis 1519***). Theil nahmen an der Ausführung Viscbei's Söbnc,Peter, Hermann, HanS, Paul und Jakob, welche, obgleich schon vcrheirathet, eben so wenig ihre Fami-lien , wie ihre Werkstätten von der deS Vaters trennten, sondern in traulicher Gemeinschaft mit ihm eindeutsches Kunstleben lebten. Theils ist es eine Rückkehr zum älteren Germanismus, was an dem welt-

") Das Modell soll hier von einer andere» Hand, wohl von derjenigen Kraft'«, hergerührt haben.

") Der Entwurf von Stoß wurde nicht angenommen, entweder weil seine AnSfüln'nng zu kostspielig gewesen sein würdeoder weil man den; einheimischen Künstler gerecht werden wollte; er hat sich aber erhalten.

"*') ES kostete 2820 st., nach unserem Gelde 12,000 Thlr. '

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