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Zweiter Band.
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Der Kunststyle dritter Zeitraum.

jüngeren gänzlich zu demselben hinüberzog. Gent und Amberg besitzen in ihren Kirchen dessen größteMeisterwerke, welchen diejenigen von Niklas de Lim ackern, seines Zeitgenossen, am nächsten kom-men, indem die einen wie die andern an Großartigkeit der Darstellung Rubens verwandt, doch diesem inder Farbengebung kaum zu vergleichen sind. Eine völlig eigenthümliche Erscheinung, welche indeß eben-falls aus der belgischen Schule hervorging, war der weltberühmte Bildnißmaler Frans Hals ausMechcln (1884—1636), ein Schüler Karl van Mander's, welcher in der Folge sich zu Haarlem niederließund mit der erstaunlichsten Fertigkeit eine große Menge von Portraits spießbürgerlicher Art gearbeitet,nebenbei auch manche Vorgänge aus dem geliebten Schänkenleben geschildert hat, Alles nut einer ansRohe streifenden Manier, besonders fast immer mit naturgemäß grobem Fleischtone. Nachdem der Mei-ster, ein Charakter vom derbsten Schlage, in Armuth gestorben ist, stehen seine lebensvollen Bildnisse nochheute hoch im Preise. Welch ein Gegensatz, den dieser gemeine, drollige Zechbruder zu seinem feinen,gemüthlichen Amtsbruder, Rubens' größtem Schüler, Anton van Dyck bildet! Dessen Geschichte istwie ein Roman, welcher fast immer in den höheren Zirkeln spielt, in denen allein er, ein bildschöner, artiger,höflicher Gentleman, sich heimisch fühlen konnte. Geboren zu Antwerpen am 22. März 1809 war erder Sohn deö Glasmalers Frans van Dyck von dessen Gattin Marie Kupers, einer als Landschaftsmaleringeübten Dame von höchst anständiger Bildung. Die Acltcrn, welche reich gewesen zu sein scheinen, ver-traute» ihren liebenswürdigen Sohn zuerst dem Maler Hendrik van Baelen an (1610), bald aber demgrößeren Meister Rubens , welchem er auch im vollen Glänze des äußeren Lebens stets seine innige Zunei-gung bewahrte. 1620 war ihre Trennung nothwendig, weil zwei so strahlende Lichter nicht wohl ohneGefahr neben einander scheinen mögen; 1621 finden wir van Dyck zum ersten Mal in London . Jedochsein väterlicher Freund ricth ihm, vor Allem Italien zu besuchen, wo nun der Name des Meisters ihm dieWege bahnte; über Venedig und Genua kam er nach längeren Studien in Rom an, wo der CardinalBentivoglio ihm bei sich Aufnahme gewährte. Diese Auszeichnung erregte die Eifersucht seiner eigenenLandslcute, die ihn nun nicht dulden wollten; er kehrte nach Genua zurück, wo Niemand ihn um seineVorzüge beneidete. Am Ende des Jahres 1626 war er wieder in seiner Vaterstadt, wo er zunächst imAuftrage von Geistlichen einige seiner schönsten Werke schuf und wo Rubens auf einige Zeit ihm ganz dasFeld räumen mußte. Eben damals malte er wohl gegen zwanzig der berühmtesten Personen seiner Zeit,unter anderen die Erzherzogin, den Cardinal-Jnfantcn, Maria von Medici , den Herzog von Orleans, denPrinzen Thomas, Ferdinand II., Gustav Adolf , Wallenstein, Tilly und Pappenhcim, ohne daß sich nach-weisen ließe, wo. Indessen berief ihn der Prinz Friedrich Heinrich nach dem Haag, wo er die heiterstenTage verlebte. Alle Welt kennt die Anekdote seines komischen Zusammentreffens mit Hals. SolcheEpisoden wurden nun bald moralisch unmöglich; seine ehemaligen Kameraden, der erbärmliche Sehntvoran, hatten das Vergnügen, ihn mit ihren Cabalcn zu verfolgen bis in die-höchsten Kreise, indem sieihn vertrieben nach London , wo im Frühlinge 1632 der König ahm die schmeichelhafteste Ausnahme berei-tete, ihn zum Ritter ernannte und die Nobility zur Nacheiserung in der Beschützung des liebenswürdigenMalers entflammte. England ist demgemäß voll seiner Bildnisse; denn die Liebe zum Golde bestimmteihn, fast nur dergleichen zu malen, so daß er bis an sein Ende kaum zehn andere Gemälde zu Wege brachte.Nach den Wünschen des KönigS vermählte er sich mit Lady Mary Ruthvcu, der ganz armen, aber sehrschönen Tochter dcS Grafen von Gowrie. Nochmals besuchte er das Festland und ließ sich durch eitleVersprechungen zu einer zweimalige» Reise nach PariS verleiten. In England hatten die Dinge sich